Bayerns Wutprobe

von Redaktion

Münchner wollen und müssen in Freiburg auf die Pokal-Pleite antworten

VON MANUEL BONKE

München – Das Publikum für Thomas Tuchel im Pressestü-berl an der Säbener Straße war überschaubar am Karfreitag. Ostern lässt auch beim FC Bayern grüßen. Und so waren lediglich zwei Kameras aufgestellt, um die Ausführungen des Trainers aufzuzeichnen, nachdem er das bittere Pokal-Aus gegen den SC Freiburg unter der Woche sacken lassen konnte. Nach dem knapp 20-minütigen Auftritt Tuchels war klar: Die Bayern reisen mit ordentlich Wut im Bauch am Samstag zum Auswärtsspiel nach Freiburg (15.30 Uhr, Sky).

„Es ist ein gutes Spiel in Freiburg, um die Zähne und eine Reaktion zu zeigen“, fordert Tuchel von seiner Mannschaft. Im Breisgau rechnet man bereits damit, dass der deutsche Rekordmeister mit dem Messer zwischen den Zähnen anreist. „Bayern ist natürlich jetzt extrem angestachelt nach der Niederlage. Ich glaube, die kommen mit viel Wut im Bauch hierher ins Stadion“, prophezeite der Freiburger Torschütze Nicolas Höfler bereits.

Trainer Tuchel möchte seine Mannschaft allerdings nicht mit dem jüngsten Negativ-Ergebnis zur Höchstform anstacheln, sondern mit positiver Energie. Der unmittelbare Ärger über das Ausscheiden sei erst mal weg: „Wir müssen es akzeptieren, daraus lernen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Aber es tut weh. Trotzdem haben wir das Recht, positiv zu bleiben. Man kann auch Wut entwickeln und trotzdem positiv bleiben.“

So hätten nach Ansicht des Fußballlehrers beispielsweise Wille und Bereitschaft ausgereicht, das Spiel zu dominieren. „Wir haben gar nichts zugelassen und sind mit zwei Fernschüssen brutal bestraft worden“, lautet Tuchels simple Erklärung. Wohl wissend, dass sich die Münchner angesichts des mageren Zwei-Punkte-Vorsprungs auf Verfolger Dortmund keinen erneuten Ausrutscher leisten kann, redet er seine Mannschaft stark: „Ich glaube weiterhin an die Zusammenstellung des Kaders und an die Spiele mit Blick auf die nächsten Wochen.“ Es fehle aktuell einfach die Form: „Ich finde es auch nicht schlimm, das mal so auszusprechen. Das kommt alles wieder, da bin ich mir sicher. Es fordert Arbeit, Galligkeit und Giftigkeit.“

Die jüngsten Erkenntnisse auf dem Trainingsplatz stimmen Tuchel in diesem Aspekt positiv. „Die Einheit am Donnerstag war sehr gut. Wir dürfen nicht den Fehler machen, alles zu analysieren. Wir müssen einen Biss als Mannschaft entwickeln. Wir sind auf dem Weg, uns zur Topform zurückzukämpfen“, berichtete er. Neben dem Revanche-Duell mit Freiburg hat man an der Säbener Straße freilich auch schon das anstehende Duell im Viertelfinale der Champions League mit Manchester City im Hinterkopf. Obwohl der Gastauftritt gegen den Sportclub die Generalproble für das Spitzenspiel in der Königsklasse ist, möchte Tuchel in diesen Auftritt nicht zu viel hineininterpretieren: „Wir können gegen Freiburg keine Sachen mit Blick auf das Spiel gegen ManCity üben. Das sind komplett andere Spiele. Wir haben die Partie aber im Hinterkopf, weil wir vor einer englischen Woche stehen.“

Trotzdem würde ein dominanter Auftritt im Europa-Park Stadion dabei helfen, das Selbstverständnis des Rekordmeisters wiederherzustellen, besonders mit Blick auf Manchester. Und wenn nicht, Herr Tuchel? „Es macht aber auch nichts, wenn wir als Underdog nach Manchester fahren.“

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