Choupo-Moting fällt aus – Tuchel muss im Sturmzentrum improvisieren

von Redaktion

Der Torjäger mit Knieproblemen – Pavard für Upamecano im Abwehrzentrum – Cancelo gibt private Einblicke

München – Schlechte Nachricht für den FC Bayern: Der deutsche Rekordmeister muss vorerst ohne Eric Maxim Choupo-Moting auskommen. Der Angreifer hat Kniebeschwerden und wird die Partien an diesem Samstag in Freiburg (15.30 Uhr, Sky) und am Dienstag bei Manchester City (21.00 Uhr, Amazon Prime Video) aller Voraussicht nach verpassen. „Für Choupo wird es eng, er ist in Behandlung und geht heute nicht mit. Die Zeit ist knapp. Nach dem Spiel gegen Dortmund war es ein bisschen die gleiche Situation, da haben wir es geschafft. Wir müssen abwarten“, sage Trainer Thomas Tuchel am Freitag. Da auch der erst 17-jährige, aber hoch veranlagte Mathys Tel (Aufbautraining nach Muskelfaserriss) ausfällt, muss Tuchel in den nächsten Wochen im Sturmzentrum improvisieren.

Falsche Neuner für das Sturmzentrum hat er mit Thomas Müller, Sadio Mané oder auch Serge Gnabry zur Genüge. Vermutlich werden sich Gnabry und Mané einen Zweikampf um den Platz im Angriff liefern. Oder um es mit den Worten von Tuchel zu formulieren: „Beide können diese Position füllen.“ Interessant: Als Tuchel als Trainer des FC Chelsea die Champions League gewann, tat er das ebenfalls mit einem falschen Neuner im Sturmzentrum – obwohl er mit Romelu Lukaku den Inbegriff eines Stafraumstürmers im Kader hatte. Doch der Trainer ließ meistens Nationalspieler Kai Havertz vorne spielen – und der Erfolg in der Königsklasse sprach für sich. Die aktuelle Situation um den 34-jährigen Choupo-Moting zeigt jedoch, dass es aus Bayern-Sicht clever wäre, im Hinblick auf die nächste Saison auf dem Stürmer-Transfermarkt aktiv zu werden. An prominenten Namen wie Harry Kane, Niclas Füllkrug oder Victor Osimhen mangelt es nicht.

Es sind nicht die einzigen Personalsorgen Tuchels, in der Abwehr ist er ebenfalls zum Umbau gezwungen. Denn Dayot Upamecano ist in Freiburg zum Zuschauen verdammt. Der Innenverteidiger ist wegen seiner fünften Gelben Karte für die Partie im Breisgau gesperrt. Viel Auswahlmöglichkeit hat Thomas Tuchel daher nicht für seine Viererkette. Neben Upamecano fehlt der Langzeitverletzte Lucas Hernandez (Reha nach Kreuzbandriss) und so wird der Bayern-Trainer Benjamin Pavard neben Matthijs de Ligt ins Abwehrzentrum ziehen. Heißt im Umkehrschluss, dass gegen Freiburg Alphonso Davies (links) und Joao Cancelo (rechts) auf den Außenverteidiger-Positionen auflaufen werden.

Übrigens: Cancelo ließ mit offenen Aussagen im Bayern-Magazin „51“ aufhorchen, als er über seinen aufbrausenden Charakter und auch den Tod seiner Mutter sprach: Er sei „sehr impulsiv und sentimental und sehr wahrscheinlich leicht zu durchschauen, weil ich immer ausdrücke, was ich fühle“, führte Cancelo weiter aus: „Transparente Menschen wie ich haben es in der heutigen schnellen und gnadenlosen Welt nicht immer leicht.“

Über seine früh verstorbene Mutter sagte der Portugiese: „Ich trage ein Porträt meiner Mutter als Tattoo auf dem Oberarm und ihren Namen Filomena auf dem Unterarm. Ihr Segen gibt mir Kraft und Sicherheit. Wenn ich daheim in Portugal bin, besuche ich als Erstes Mamas Grab. Dort fühle ich mich gut. Ich kann ihr alles sagen, was ich fühle.“ Filomena Cancelo war 2013 im Alter von 47 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der schwere Verlust habe ihn „stärker und zu dem gemacht, der ich heute bin. Manchmal heißt es, ich habe vielleicht eine nicht ganz einfache Persönlichkeit. Aber ich habe das Herz auf dem rechten Fleck. Und man kann sich immer auf mich verlassen.“ Das kann er in Freiburg wieder beweisen. MANUEL BONKE

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