RAD-KLASSIKER

Paris-Roubaix: Politt rechnet sich was aus

von Redaktion

Dauerregen verwandelte das raue Kopfsteinpflaster im Norden Frankreichs in eine rutschige Matschpiste, als sich der deutsche Radprofi Nils Politt durch seine Trainingskilometer vor der 120. Ausgabe von Paris-Roubaix kämpfte. Die Vorfreude auf einen der Saisonhöhepunkte verging ihm trotzdem nicht. „Es ist ein ganz besonderes Rennen“, sagte Politt vor der „Königin der Klassiker“ am Sonntag. Nach 256,6 km wird der Sieger im Velodrom von Roubaix gekürt, 54,5 km davon führen über das berüchtigte Kopfsteinpflaster.

Paris-Roubaix, ein Rennen voller Legenden. Die Tour de France zieht ihren Mythos aus Anstiegen wie Alpe d’Huez. Die Helden von Paris-Roubaix werden auf holprigen Feldwegen geboren: Mons-en-Pevele, Carrefour de l’Arbre, Trouee d’Arenberg – die schwersten der 29 Pave-Sektoren sind extrem für Mensch und Material. „Nach meinem ersten Roubaix hatte ich extrem viele Blasen an den Händen. Am Tag danach tun dir die Fingergelenke weh“, sagte Politt (29).

Elf verschiedene Sieger hat es in den vergangenen elf Jahren gegeben, auch das zeugt von den Unwägbarkeiten. 2019 wäre Politt fast auf John Degenkolb gefolgt, der 2015 triumphiert hatte. Nun richten sich die Augen vor allem auf Wout van Aert und Mathieu van der Poel, die dominanten Fahrer des Frühjahrs. Politt hält das Duo für schlagbar – und rechnet sich Chancen aus. „Es wird schwerer für sie, das Rennen zu dominieren“, sagte der Kölner: „Es sind keine Berge im Weg, an denen sie ihre Stärken haben.“ Das will Politt ausnutzen und zuschlagen.

Artikel 1 von 11