Tagelang geisterte der Name Julian Nagelsmann umher, Luis Enrique führte wohl sogar schon Gespräche in London – und doch schlüpfte plötzlich ein alter Bekannter in die Rolle des Hoffnungsträgers beim kriselnden FC Chelsea. Frank Lampard (44), Club-Ikone und Ex-Teammanager, soll zumindest bis zum Sommer einen der teuersten Kader der Fußballwelt in den Griff bekommen und für Ruhe an der Stamford Bridge sorgen. Bei den Fans löste die Heimkehr des Lieblings Freude aus, andernorts führte die Entscheidung zu Diskussionen. Lampards Engagement als Interimscoach passe zum „derzeitigen Chaos“ unter den neuen Miteigentümern Todd Boehly und Behdad Eghbali und der Clearlake-Gruppe, meinte die BBC. Denn seit der Übernahme vor einem Jahr kommt der Club von Nationalspieler Kai Havertz kaum zur Ruhe – Personalwechsel, Spieler wurden ausgetauscht, Trainer gefeuert, auch Thomas Tuchel als Champions-League-Sieger. Nun setzt Chelsea also auf Lampard als Lückenfüller. Der „gründliche und ausführliche Prozess“ für die Neubesetzung der Stelle werde fortgesetzt, teilte der Club mit. Für den Sommer dürften Nagelsmann und Enrique somit wieder im Spiel sein.