Hamburg – Von diesem Unentschieden auf Top-Niveau war sogar der nordisch-kühle Alfred Gislason geradezu geflasht. „Diese Liga ist unglaublich“, schwärmte der Handball-Bundestrainer in der ARD nach dem hochklassigen Remis zwischen dem THW Kiel und dem SC Magdeburg (34:34), das die Tabellenspitze noch enger zusammenrücken ließ.
Nur dank der besseren Tordifferenz behauptete Rekordmeister Kiel mit 41:9 Punkten die Führung vor den Füchsen Berlin. In Lauerstellung folgt Titelverteidiger Magdeburg (41:11) und selbst Ex-Meister SG Flensburg-Handewitt (39:11) ist wieder in Schlagdistanz.
Und bereits in knapp zwei Wochen hat der Tabellenvierte die Gelegenheit, ausgerechnet mit einem Auswärtssieg im Landesderby beim THW sogar Rang eins zu übernehmen. „Da könnten dann drei Mannschaften punktgleich sein“, spekulierte der Isländer Gislason auf ein immer engeres Titelrennen.
Der Punktgewinn der Zebras hatte praktisch während der gesamten Spielzeit am seidenen Faden gehangen. Meist mussten die Gastgeber in der Halle an der Ostsee einem Rückstand hinterherlaufen, folgerichtig ärgerte man sich beim Vorjahresmeister über den verpassten Auswärtssieg. „Wir müssen hier mehr mitnehmen, wir haben in Kiel einen Punkt verloren“, klagte SCM-Coach Bennet Wiegert am Sky-Mikrofon. Und auch der achtfache Torschütze Gisli Kristjansson, Gislasons Landsmann im Magdeburger Trikot, war mit der Punkteteilung nicht einverstanden: „Vor dem Spiel hätten wir wohl gesagt, dass wir den Punkt nehmen, jetzt bin ich nicht zufrieden.“
Praktisch keine Titelchance mehr haben die Rhein-Neckar Löwen. Der Ex-Champion verlor überraschend in eigener Halle gegen den den VfL Gummersbach mit 37:42. 15 Minuspunkte dürften bei nur noch acht Spieltagen eine zu schwere Hypothek sein. In seiner Rolle als neutraler DHB-Coach darf sich Gislason somit auf einen spannenden Vierkampf um den Titel freuen. sid