Zehnter Sieg: St. Pauli stellt Zweitligarekord ein

von Redaktion

„Werden Wörtchen um Aufstieg mitreden“, sagt Magath zum Lauf des HSV-Rivalen

Heidenheim/Hamburg – Zehn Spiele, zehn Siege – doch St. Pauli ein Aufstiegsanwärter? „Offiziell noch nicht“, wiegelte Torschütze Marcel Hartel nach dem 1:0 beim 1. FC Heidenheim ab. Selbst nach ihrem Sieg für die Geschichtsbücher gefielen sich die Kiez-Kicker in ihrer Rolle des Underdogs. Doch ausgerechnet eine HSV-Legende schiebt der Tiefstapelei vor dem spannenden Zweitliga-Endspurt einen Riegel vor.

„Der FC St. Pauli hat sich rangerobbt. Es ist überragend, zehn Spiele zu gewinnen“, sagte Felix Magath bei Sport1. Der Auftritt an der Brenz, mit dem die Hamburger den Zweitligarekord des Karlsruher SC aus der Spielzeit 1986/87 einstellten, imponierte der Club-Ikone des Erzrivalen. St. Pauli habe sich „gesteigert von Spiel zu Spiel, und in Heidenheim ist St. Pauli als Spitzenmannschaft aufgetreten. Wenn sie das konservieren können, reden sie um den Aufstieg noch ein Wörtchen mit.“

Magath spricht aus, was längst alle denken: St. Pauli ist vor den letzten sieben Saisonspielen ein heißer Kandidat fürs Oberhaus. Mit dem Ausbau ihrer Superserie stellte das Team von Trainer Fabian Hürzeler sogar den 6:1-Erfolg des HSV gegen Hannover 96 in den Schatten. Vier Punkte beträgt der Rückstand nur noch auf Heidenheim, sechs sind es auf den HSV. Nur Tabellenführer Darmstadt 98 ist mit elf Punkten Vorsprung enteilt. Zur Erinnerung: Zum Jahreswechsel lag St. Pauli 16 Punkte hinter Heidenheim und stand nur aufgrund der besseren Tordifferenz nicht auf einem direkten Abstiegsplatz.

Der Aufschwung trägt vor allem einen Namen: Fabian Hürzeler. Unter dem 30-Jährigen, der am Millerntor erst in der Winterpause Timo Schultz als Chefcoach abgelöst hatte, kassierte St. Pauli in zehn Spielen lediglich drei Gegentore und holte mit hoch effizienter Spielweise maximalen Ertrag. Acht der zehn Partien unter Hürzeler gewann der Club mit nur einem Tor Differenz, fünf davon mit 1:0. Was Hürzeler der Mannschaft gibt? „Die Gelassenheit und das nötige Selbstvertrauen“, sagte der ehemalige Münchner (Bayern II, 1860 II) und Pipinsrieder bei Sport1.

Hürzeler selbst sprach von einem Lauf. Man habe aber auch in Heidenheim gesehen, „dass wir noch nicht fertig entwickelt sind. Daher tun wir gut daran, dass Wort ,HSV’ noch nicht in den Mund zu nehmen.“

Den Fans ist es herzlich egal. Sie fiebern wie ganz Fußball-Hamburg dem 21. April entgegen. Denn dann steigt das mit Spannung erwartete Stadtderby im Volkspark gegen den HSV.

Und Heidenheim? Bei den Ostwürttembergern denkt trotz der bitteren Pleite im direkten Duell keiner an Aufgabe. „Es geht jetzt darum, sich zu schütteln und die Augen nach vorne zu richten. Es ist noch alles drin“, sagte Torwart Kevin Müller bei Sky. Es seien bis zum Saisonende ja noch sieben Spiele. Dabei ging für Heidenheimer vor 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Voith-Arena auch eine Serie mit saisonübergreifend 14 Heimspielen ohne Niederlage zu Ende.  sid

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