Rückendeckung aus allen Richtungen

von Redaktion

Patzer hat Bayern „das Spiel gekostet“ – dennoch nehmen Kollegen Upamecano in Schutz

Manchester – Im Etihad Stadion von Manchester gibt es Plätze, die mehr als exklusiv sind. „The Tunnel Club“ heißt jener Bereich des Stadions, aus dem gut bezahlende VIP-Zuschauer bei Wein und feinem Essen genau jenen heiligen Bereich einsehen können, der Zuschauern sonst verborgen ist. Direkt vom Tisch aus werden da durch eine Glasscheibe die Spieler beobachtet, die Interviews geben und zum Bus stapfen. Am Dienstag zu sehen: Viele enttäuschte Bayern. Und ein noch enttäuschterer Dayot Upamecano.

„Wir haben individuelle Fehler gemacht, das wissen wir selber“, sagte Leon Goretzka, etwas konkreter wurde Trainer Thomas Tuchel, der mit Blick auf Upamecanos Aussetzer hinzufügte: „Wir wurden bitterböse bestraft. Das hat uns das Spiel gekostet.“

Definitiv unnötig war der ohnehin verunsicherte Innenverteidiger gegen Jack Grealish ins Dribbling gegangen, hatte den Ball verloren und somit das 2:0 durch Bernardo Silva eingeleitet. Auch wenn Tuchel mildernde Worte wählte („Er wurde da hingelenkt“), war allen klar, dass der Bruch im Spiel zu einem großen Teil auf Unglücksraben Upamecano ging, der das Stadion wortlos verließ.

Die Laune war auch ein, zwei Stunden später, beim Bankett im noblen Ballsaal des „Kimpton Clocktower Hotels“ nicht viel besser. Und es wird mit Sicherheit dauern, ehe der 24-Jährige die gut gemeinten Sätze seiner Chefs und Kollegen beherzigen kann. „Keinen Vorwurf“ gab es da etwa von Hasan Salihamidzic zu hören, der Upamecano den Rat gab: „Mund abputzen und weiter geht’s!“

Sowieso verwies jeder, der gefragt wurde, auf die guten Leistungen, die der Franzose in den vergangenen Wochen gebracht hat, in denen die Abwehr die einzig echte Konstante im gerne inkonstanten Bayern-Spiel gewesen ist. Diesmal machte es Nebenmann Matthijs de Ligt aber deutlich besser als der zuletzt gesperrte Upamecano.

„Upa ist noch jung. Jeder, der auf diesem Niveau spielt, macht mal einen Fehler“, sagte Tuchel. Dass es noch länger wehtun wird – Kimmich: „das ist ein mentales Thema und belastet einen“ –, ist aber klar. Der Kapitän sagte daher bewusst einen Satz, der bis in den „Tunnel Club“ nachhallte: „Wir als Mannschaft stehen voll hinter ihm.“ HANNA RAIF

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