München – Der Münchner Galopp-Rennreiter Rene Piechulek hat vor kurzem eine der interessantesten Stellen im deutschen Rennsport angetreten – als Stalljockey bei Trainer-Champion Peter Schiergen in Köln. Trotz des Karrieresprungs in die Galopp-Zentrale Deutschlands stehen Ritte für den wichtigsten Besitzer in Riem, Hans Gerd Wernicke, weiter an erster Stelle. Im Gespräch erklärt Piechulek die außergewöhnliche Konstellation.
Herr Piechulek, wie hat sich Ihr Alltag durch das Engagement bei Peter Schiergen verändert?
Nicht wirklich. Ich bin vielleicht zwei Mal im Monat in Köln und hänge an die Renntage im Rheinland einen Tag hinten dran, um die Pferde im Training zu reiten. Dann geht’s zurück nach München.
Das funktioniert? Schiergens Asterblüte-Stall ist mit über 100 Pferden seit vielen Jahren einer der größten bundesweit.
Ritte für Herrn Wernicke haben Vorrang. So ist es vereinbart. Weil der Münchener Stall von Trainerin Sarah Steinberg deutlich kleiner ist, gibt es aber gar nicht so viele Überschneidungen. Aber ungewöhnlich ist es, das stimmt.
Hätten Sie nicht vollständig nach Köln wechseln können?
Ich hätte schon können, habe mich aber nicht wohl damit gefühlt. Ich habe Herrn Wernicke viel zu verdanken.
Wie unterscheiden sich die Trainingsstandorte München und Köln?
Hier auf der Anlage in Riem stehen ungefähr 120 Pferde. Das ist viel übersichtlicher als in Köln mit etwa 600. Und es gibt mehrere Quartiere mit über 100 Pferden wie bei Peter Schiergen. Insofern ist Köln eine andere Nummer.
Welche Ziele haben Sie und Peter Schiergen sich gesetzt? Sie arbeiten ja schon länger zusammen. Nur wenige Wochen zum Beispiel, nachdem der Trainer vergangene Saison mit Sammarco das Deutsche Derby holte, haben Sie für ihn mit dem Hengst den Großen Dallmayr-Preis hier in München gewonnen.
Wir wollen gut zusammenarbeiten – und ich meine eigene Leistung weiter verbessern. Ich hatte in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 40 und 45 Siege. Mit so einem großen Stall im Rücken habe ich in den Basisrennen ganz andere Möglichkeiten.
Sie treten natürlich auch öfter in hochklassigen und international beachteten Gruppe-Rennen an…
Ich peile dasselbe Level wie letzte Saison an, das waren acht Gruppensiege. Daran anknüpfen zu können, wäre schon mega.
Interview: Christian Wanninger