Leverkusen – Den Gang in die Nordkurve machte Florian Wirtz erst gar nicht mit. „Es ist ein bisschen ärgerlich. Wir hätten uns natürlich eine bessere Ausgangslage erhofft“, sagte der 19 Jahre alte Edeltechniker von Bayer Leverkusen bei RTL: „Aber ich bin mir sicher, dass wir im Rückspiel gewinnen werden.“
Seit seinem Comeback nach Kreuzbandriss stehen für den Teenager in 16 Spielen in Bundesliga und Europa League vier Tore und acht Assists zu Buche. Sein später Ausgleichstreffer (82.) beim 1:1 (0:0) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Union Saint-Gilloise aus Belgien hält die Hoffnungen der Leverkusener auf ein Weiterkommen am Leben.
Für Bayer, nach dem 0:3 des FC Bayern in der Champions League bei Manchester City wohl die letzte realistische deutsche Titelhoffnung im Europacup, wäre es das vierte europäische Halbfinale, das erste seit der Triple-Vize-Saison 2002.
„Jeder will das einfach schaffen aus unserer Mannschaft“, sagte Wirtz mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL): „Unsere Qualität und unser Kampfgeist wird uns am Ende belohnen, weil wir eine richtig geile Mannschaft haben.“
Doch Leverkusen sollte gewarnt sein: „Das Ticket für ein Halbfinale gibt es nicht for free“, betonte Trainer Xabi Alonso. Auch Union Berlin holte im Achtelfinale zunächst ein Unentschieden (3:3), ging dann in Belgien aber mit 0:3 unter.
„Die Lust auf mehr ist da“, betont Bayer-Chef Fernando Carro. Nach miserablem Saisonstart lautet das Ziel mittlerweile Königsklasse. Für die Qualifikation gibt es zwei Optionen: Mindestens Platz vier in der Liga – oder der dritte Titel der Vereinsgeschichte nach 1988 (UEFA-Cup) und 1993 (DFB-Pokal). sid