Köln – Angeführt vom überragenden Regisseur Juri Knorr und Altstar Uwe Gensheimer haben die Rhein-Neckar Löwen in einem dramatischen Handball-Krimi den zweiten Pokal-Triumph ihrer Vereinsgeschichte gefeiert und den Triple-Traum des SC Magdeburg zerstört. Die Mannheimer setzten sich im Endspiel des Final4 vor 19 750 Zuschauern in Köln gegen den deutschen Meister mit 36:34 nach Siebenmeterwerfen durch. Nach 70 Minuten hatte es 31:31 (27:27, 16:13) gestanden. Die Löwen holten damit wie 2018 den Pott.
Beim Sieger ragten Gensheimer mit acht Toren und Knorr (6) heraus. Zum Matchwinner avancierte aber der 20-jährige Ersatztorwart David Späth, der drei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 27:27 einen Siebenmeter von Magdeburgs bestem Schützen Kay Smits (9 Tore) parierte und sein Team damit in die Extra-Zeit rettete. Die Entscheidung fiel dann im Krimi von der Siebenmeterlinie, bei dem die Löwen das bessere Ende für sich hatten. Der junge Torwart-Held Späth war danach überwältigt. „Ich kann es gar nicht glauben. Wir sind Pokalsieger. Es war ein unfassbarer Fight“, sagte er. Knorr bezeichnete Späth als „größtes Torwart-Talent in Europa, ein megageiler Typ, der einen großen Weg vor sich hat“.
Im Hexenkessel der ausverkauften Lanxess-Arena, die nach 29 Jahren in Hamburg erstmals Schauplatz der Pokal-Endrunde war, lieferten sich die beiden Endspiel-Rivalen von Beginn an ein dramatisches Duell auf Augenhöhe. In den ersten 20 Minuten wechselte die Führung ständig hin und her, kein Team konnte sich absetzen.
Bei den Löwen war Regisseur Knorr als Vorbereiter und Vollstrecker der Dreh- und Angelpunkt. Zudem war der gut aufgelegte Nationaltorhüter Joel Birlehm zunächst ein starker Rückhalt und parierte später auch den entscheidenden Siebenmeter.
So zogen die Mannheimer in der Schlussphase der ersten Halbzeit beim 14:11 erstmals auf drei Tore davon und nahmen das kleine Polster auch in die Pause mit. Nach dem Wechsel kam der SCM zwar schnell wieder heran, lief dem Ausgleich aber lange vergeblich hinterher. Neun Minuten vor dem Ende war es dann aber doch so weit, als Kristjansson zum 24:24 traf. Nun war das Team von Trainer Bennet Wiegert am Drücker und schaffte kurz darauf sogar die Führung. Doch die Löwen konterten noch einmal und belohnten sich nach einer ausgeglichenen Verlängerung, in der Gensheimer sogar zwei Siebenmeter vergab, für ihre starke Leistung.
Schon im Halbfinale am Vortag hatte der Pokalsieger beim 38:31 gegen die SG Flensburg-Handewitt geglänzt und seine jüngste Pleitenserie von vier Niederlagen nacheinander beendet. Die Magdeburger hatten durch ein 33:31 gegen Lemgo zum siebten Mal das Endspiel erreicht.
Im Spiel um Platz 3 sicherte sich Flensburg durch ein 28:23 (17:11) gegen Lemgo den Trostpreis. dpa