München – Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt nicht. Nach dem mauen 1:1 gegen Hoffenheim lauert schon die Herkulesaufgabe in der Königsklasse um die Ecke. Es droht das Aus im Viertelfinale, schließlich gilt es ein 0:3 gegen Manchester City um Trainer Pep Guardiola aufzuholen. Es wäre schon ein Fußballwunder, Rückwind dafür gab es am Wochenende nicht.
„Es war der Moment, das Spiel mit aller Macht zu gewinnen, aber auch eine Energie zu zeigen, Energie im Stadion zu wecken, Feuer und Zuversicht zu wecken“, sagte Bayerns Coach Thomas Tuchel: „Das ist uns alles nicht geglückt. Deswegen sind wir jetzt nicht komplett chancenlos, aber die Aufgabe, die schon extrem schwer ist, ist auf jeden Fall nicht leichter geworden.“ Joshua Kimmich betonte, dass man die Spiele gegen Hoffenheim und Man City getrennt voneinander betrachten müsse: „Gegen Man City wissen alle, dass wir da eine ganz andere Leistung brauchen. Wir alle wissen, dass wir das auch können, aber wir müssen es auf den Platz bringen und nicht immer nur alle zwei Wochen, sondern alle drei Tage.“
Ganz anders ist die Stimmung in England. Tormaschine Erling Haaland glänzte mal wieder – und schoss sich für die Bayern warm. „Ich wünsche mir wirklich, dass er alle denkbaren Rekorde knackt“, sagte der Guardiola über den Angreifer, der beim 3:1 (3:0) gegen Leicester City wieder einen Doppelpack schnürte: „Denn das würde bedeuten, dass er sehr viele Treffer für uns erzielt und uns damit geholfen hat.“ Am wichtigsten sei dem Norweger aber, „dass er mit uns den Titel gewinnt“.
Am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) ist das Phänomen Haaland dann mit den Citizens zu Gast bei den Bayern. John Stones (5.) brachte die spielfreudigen Gastgeber gegen Leicester in Führung, Haaland stellte mit seinem Doppelpack in Halbzeit eins (13., Handelfmeter/25.) eine weitere Premier-League-Bestmarke ein: 32 Treffer waren in einer Saison mit 38 Spielen bislang nur Liverpools Mohamed Salah 2017/18 gelungen.
Haaland, der zwecks Schonung zur Pause Feierabend hatte, bleiben sogar noch acht Partien, um zum alleinigen Rekordhalter aufzusteigen. Das sei „beeindruckend“, betonte Guardiola. Der Dreier gegen Leicester war für Haaland und Co. der sechste Liga-Sieg nacheinander, damit sind die Skyblues seit 14 Pflichtspielen ungeschlagen. Trotzdem hat man weiter drei Punkte Rückstand auf den FC Arsenal. Die Gunners können bis zum Showdown am 26. April allerdings noch etwas davon ziehen, bevor sie beim Titelverteidiger antreten müssen. Vom „Finale“ um die Meisterschaft sprach Guardiola bereits. Für Manchester City ist am kommenden Wochenende erstmal Pokal angesagt: Im Halbfinale des FA Cups geht es gegen Sheffield United.
Aber vorher will Guardiola das 3:0 aus dem Hinspiel gegen die Bayern veredeln. „Oft wird nach einem Spiel wie gegen die Bayern viel rotiert“, betonte der Spanier. „Aber aus meiner Erfahrung aus den vorhergehenden Spielzeiten sinkt das Niveau auch, wenn du viel rotierst.“ Guardiola nahm drei Veränderungen in der Startaufstellung gegen Leicester vor, nach der Pause schöpfte er das Kontingent mit fünf Wechseln in der zweiten Halbzeit aber voll aus, um die Kräfte für das Treffen mit seinem ehemaligen Club in München zu schonen. Wir sind in einer sehr guten Form. Wir freuen uns auf das Spiel Mitte der Woche“, sagte Mittelfeldspieler Kalvin Phillips. sid/dpa