Zverev ist „voll da“ – sein Wetter nicht

von Redaktion

Der Tennis-Star freut sich auf die BMW Open, hofft auf Sonne und legt gegen Medwedew nach

VON THOMAS JENSEN

München – Das einzige kleine Ärgernis bei der Trainingseinheit von Alexander Zverev am Sonntag: Ein Schaumstoffball, der immer wieder von einem der umliegenden Aktionsstände rein rollte und den sein Trainer Sergi Bruguera jedes Mal wieder aus dem Platz warf.

Eine Kleinigkeit verglichen mit dem Zoff, den Deutschlands bester Tennisspieler in den letzten Tagen mit dem Russen Daniil Medwedew ausgetragen. Der Streit hat ihn von der Cote d‘Azur an die Isar begleitet. Nach seinem Ausscheiden am Donnerstag in Monte Carlo gegen den Russen hatte er diesen als „einen der unfairsten Spieler“ bezeichnet und sich über dessen Verhalten wie eine spät genommene Toilettenpause oder Spielchen mit der Netzstange beschwert. Medwedew hatte später zurückgeschossen: „Sascha lebt in seiner eigenen Welt“, und gemeint: „Wenn er sagt, dass jemand unfair spielt, sollte er sich selber mal im Spiegel anschauen.“ Gleichzeitig hatte der 27-Jährige Zverev auch ein Gespräch angeboten.

Zu dieser Offerte sagt Zverev nun: „Wenn er mit mir sprechen will, kann er das gerne machen.“ Gleichzeitig gab er zurück: „Ich finde schon, dass ich derjenige bin, der so etwas sagen kann. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Toilettenpause ausgenutzt.“ Der 25-jährige Hamburger räumte zwar ein, mal „den Schläger kaputt zu machen und ähnlich Thematiken“ gehabt zu haben, womit er wohl auf zurückliegende Ausraster anspielte, hielt jedoch fest: „Ich gewinne und verliere mit Tennis.“

Mit diesem Tennis ist er zunehmend zufrieden und sagte zur letzten Woche, in der er das Achtelfinale erreichte: „Ich habe insgesamt gut gespielt und finde, dass ich von Woche zu Woche besser spiele.“ Das Letzte, was ihm nach seiner langen Verletzungspause im vergangenen Jahr noch fehlen würde, sei eine bessere Nutzung seiner Chancen, hing er an. Sonst sei er „wieder voll da“, solange er schmerzfrei sei, sagte Zverev. Zuletzt hatte er vor einigen Wochen in Miami Hüftprobleme gehabt, erklärte er.

Bei der Jagd nach den letzten Prozenten nun bei den BMW Open – dem Turnier, das er schon zweimal gewann – hofft der Olympiasieger nun auf besseres Wetter. „Ich habe gute und schlechte Erinnerungen an das Turnier“, sagte Zverev und meinte zu den Temperaturen: „Wenn es kalt ist, liegt mir das nicht so, ich will aggressiv spielen. Warme und schnelle Bedingungen liegen mir besser.“ In seinen beiden Titeljahren 2017 und 2018 in München habe es auch gutes Wetter gegeben, stellte er heraus. Noch haben die Witterungsbedingungen Zeit, sich zu bessern. Die Laune ließ er sich von den Temperaturen ohnehin nicht verderben. Wie so oft mit der Trainingsjacke von seinem Olympia-Triumph 2020 bekleidet, sagte er: „Ich bin immer froh in Deutschland zu spielen.“ Der an drei Gesetzte hat in der ersten Runde ein Freilos und steigt am Mittwoch ein. Er trifft dann entweder auf den Australier Christopher O‘Connell oder den Franzosen Hugo Humbert.

Auch Holger Rune dürfte dann oder am Donnerstag am Aumeister aufschlagen. Der 19-jährige Däne dürfte wie das Münchner Wetter der letzten Jahre in Zverevs Kopf präsent sein – 2022 hatte er ihn überraschend in der zweiten Runde geschlagen und danach das Turnier gewonnen. Am Sonntag war er noch im Finale von Monte Carlo gefordert (siehe rechts).

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