Ein Münchner tritt ab, zwei stehen bereit

von Redaktion

Mit Thiem im Doppel: Bachingers emotionaler Abschied – Topo & Rehberg steigen ein

München – Matthias Bachinger versteckte seinen Kopf in einem Handtuch, Kumpel Dominic Thiem klopfte ihm auf den Rücken. Der gebürtige Münchner und der Österreicher hatten soeben das Doppel gegen den Niederländer Robin Haase und Thiems Landsmann Philipp Oswald verloren. Es war das letzte Match in Bachingers Karriere.

„Ich bin ein sensibler Typ, habe schon die letzten Tage schlecht geschlafen und ein paar Tränen verdrückt“, erzählte Bachinger danach. Beim 4:6, 2:6 hatte der ehemalige Weltranglisten-85. noch für ein paar Highlights auf Court 1 gesorgt. Thiem hatte nach guten Schlägen gejubelt, die Fans „Bachi, Bachi“ gerufen und die Deutschen Oscar Otte und Jan-Lennard Struff mitgeklatscht „Viele Menschen, die ich treffen durfte sind beste Freunde geworden. Das wird bleiben“, meinte der 36-Jährige.

Zum Abschied des Metz-Finalisten von 2018 und Teilnehmers aller vier Grand Slams hatte im laufenden Turnier sogar erstmals die Sonne die Plätze beschienen, auf denen er als Kind selbst seinen Idolen zugeschaut hatte, wie er sich erinnerte. Gefragt danach, was er dem jüngeren Matthias Bachinger raten würde, sagte er: „Es mehr genießen, Spaß zu haben und sich weniger Druck machen. Spiele Tennis frei für Dich selbst und nicht für Sponsoren oder jemand anderen. Höre besser auf Körper und Herz.“

Vielleicht hören das ja zwei andere 19-jährige Münchner: Marko Topo vom MTTC Iphitos und Max Rehberg von der Tennisbase Oberhaching. Am Dienstag spielen die beiden zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Erstrundenmatch bei den BMW Open. Topo hat sich dazu zum zweiten Mal in Serie durch die Qualifikation gekämpft. Sein Ziel? „Auch im Haupfeld mein bestes Tennis spielen“, sagte er zu unserer Zeitung. 2022 hatte er in der ersten Runde gegen Oscar Otte verloren, als er noch auf Weltranglistenplatz 756 stand. Inzwischen liegt der Deutsch-Serbe auf Platz 478.

Sein Gegner nun ist ein ehemaliger München-Champion: Der Chilene Christian Garin (Weltranglisten-86.), der 2019 am Aumeister triumphiert hatte. Der Druck auf der eigenen Einlage beeinträchtigt Topov nicht: „Ich fühle mich sehr wohl.“ Auch vor vermeintlichen Favoriten hat er keine Angst. Beides hat er in der Qualifikation bewiesen. Womöglich liegt das daran, dass er in den letzten Jahren phasenweise in Belgrad an der Akademie von Novak Djokovic gespielt hat und auch einige Male mit dem Serben trainierte. Max Rehberg trifft auf Marton Fucsovics (Ungarn). THOMAS JENSEN

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