München – Der FC Bayern steht mit dem Rücken zur Wand. Nach dem 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester City sind die Chancen der Münchner auf ein Weiterkommen gering. Trotzdem schreibt Pep Guardiola (52) seinen Ex-Club nicht ab.
„Wir werden ein Finale haben. Die Mannschaft wird am Limit spielen müssen“, betonte der ManCity-Coach, der den FC Bayern zwischen 2013 und 2016 betreute. „Ich kenne den Charakter des Stadions, die Spieler und die deutsche Mentalität. Wir werden hart arbeiten müssen, auch in schlechten Momenten stabil stehen und aggressiv sein müssen, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir werden ein Tor erzielen müssen und wollen das Spiel gewinnen. Das ist das, was ich meinen Spielern in die Köpfe einpflanzen will.“ Guardiola warnt seine Stars vor dem Rückspiel am Mittwoch (21 Uhr) gegen die kriselnden Bayern. „Wenn ich auf der Gegenseite wäre, und wir hätten 0:3 verloren und gegen Hoffenheim zudem nicht gewonnen, und es gäbe einige Konflikte, dann wird sich die Mannschaft sagen, das ist für uns ein Finale, wir wissen genau, was wir tun müssen, und das werden wir auch tun.“
Offenbar fürchtet Manchester City ein rotes Wunder. Grund dafür sind aber nicht zwingend die Bayern. Nach Informationen unserer Zeitung steckt vor allem noch das Champions-League-Halbfinale der Vorsaison in den Hinterköpfen der City-Stars. Das Hinspiel gewann City zu Hause mit 4:3. Im Rückspiel lag die Mannschaft bis Sekunden vor Schluss mit 1:0 in Führung. Real rettete sich dank eines Doppelpack von Rodrygo (22) noch in die Verlängerung, dort traf Karim Benzema (35) zum 3:1.
In diesem Jahr soll für die Citizens alles besser werden und es endlich mit dem langersehnten Gewinn des Henkelpotts klappen. Dafür spricht vor allem die neugewonnene defensive Stabilität in den wichtigeren Spielen. Guardiola hat in dieser Saison seine Taktik angepasst. In der Abwehr spielen fast nur gelernte Innenverteidiger. Manuel Akanji (27) und Nathan Aké (28) sind zwar keine internationalen Topstars, aber aktuell wie der Rest der Mannschaft in Topform. Sie haben das Tempo, um mit den Bayern-Flügelspielern mitzuhalten. Wie Ruben Dias (25) schmeißen sie sich in jeden Schuss. Zudem rückt John Stones aus der Viererkette regelmäßig auf die Sechser-Position neben Rodri (26). DFB-Star Ilkay Gündogan (32) kann dadurch vermehrt seine Stärken im offensiven Mittelfeld neben Kevin de Bruyne (31) ausspielen.
Offensiv muss sich Englands amtierender Meister ohnehin keine Sorgen machen. Neben Wunderstürmer Erling Haaland (22) ist vor allem der oft kritisierte Jack Grealish (27) seit der WM gut drauf. P. KESSLER, M. BONKE