Mehr Tempo im Angriff

von Redaktion

Taktik-Experte: So gelingt der Sturmlauf gegen City

München – Die Hypothek ist groß für den FC Bayern. Um sich doch noch für das Halbfinale zu qualifizieren, braucht es einen regelrechten Sturmlauf in Fröttmaning – und eine taktische Meisterleistung von Trainer Thomas Tuchel. Im Hinspiel agierte das Team von Pep Guardiola im Ballbesitz in einer 3-2-4-1-Grundordnung und in der Rückwärtsbewegung im 4-4-2-System – weshalb die Außenbahnen für Bayern dicht war.

„Kingsley Comans Zweikampfwerte gegen Nathan Aké waren ebenso unterdurchschnittlich wie die von Leroy Sané gegen Manuel Akanji. Dank dieser Zweikampfstärke und eines top organisierten City-Zentrums gab es für die Bayern nur wenige Chancen“, blickt Markus Brunnschneider, Leiter Taktik- und Spielanalyse am Internationalen Fußball Institut, zurück.

Gefährlich wurden die Bayern nur über schnelle Angriffe durch das Zentrum oder mit Distanzschüssen von Sané. Brunnschneider „Im klassischen 4-2-3-1-Bayern-System ließ sich Serge Gnabry als falsche Neun bei Ballbesitz ins Mittelfeld fallen, Jamal Musiala bot sich in der Halbspurt an und die beiden Außenspieler gingen wiederholt in die Spitze, beziehungsweise mehr in Richtung Zentrum.“

Das Problem: Dadurch blieb das Sturmzentrum im Strafraum häufig verwaist. „Vielversprechende Angriffe gelangen den Münchnern, wenn Musiala oder Gnabry in der Halbspur aufdrehen und auf die City-Kette zugehen konnten“, erklärt Brunnschneider (siehe Grafik) und weist auf den Schuss von Musiala in der ersten Hälfte hin, der geblockt wurde. Eine Geheimwaffe könnte Benjamin Pavard werden, der sich in Torlaune befindet: „Gelegentlich gab es noch Möglichkeiten über die rechte Seite der Bayern, wenn Jack Grealish Benjamin Pavard im Rücken aus den Augen verlor.“

bok

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