München – Der Streit zwischen Alexander Zverev und Daniil Medwedew: Genau nach dem Geschmack von Tommy Haas. „Immer dieses High Five und „Gratuliere“ und „Wish you the best“ jede Woche – kann ich nicht mehr hören“, sagte Deutschlands ehemaliger bester Tennisspieler am Rande der Players Night der BMW Open.
Er sei generell ein Freund von Emotionen, sagte Haas weiter und meinte zu Zverevs Kritik nach dessen Ausscheiden in Monte Carlo gegen den Russen daher: „Wenn er sauer ist und so etwas rauskommt, ist es okay.“ Allerdings meinte der 45-Jährige: „Ich fand es nicht schlimm was Medwedew gemacht hat und nicht unfair.“
Zverev hatte Medwedew nach dem Achtelfinale im Fürstentum als einen „der unfairsten“ Spieler bezeichnet – seitdem hatten beide verbal noch mal nachgelegt.
Zu Zverevs Form auf dem Platz sagte Haas, dass der Hamburger noch etwas aggressiver spielen müsse, um wieder an sein „Spiel anzuknüpfen, das er vor seiner Verletzung hatte.“ Am besten natürlich schon jetzt in München, führte Hass aus: „Er braucht einfach mal wieder ein Turnier, wo er bis ins Finale kommt oder gewinnt.“
Der Ex-Profi denkt dabei auch an die Weltrangliste. Nach seinem frühen Ausscheiden in München 2022 war Zverev in Topform gekommen und hatte anschließend in Rom, Madrid und bei den French Open bis zu seiner Verletzung viele Punkte gesammelt. Bei diesen Turnieren „hat er jetzt ein bisschen Druck. Das ist etwas neues, dass er aus den besten 20 oder 30 rutschen könnte“, sagte Haas, dem aber wichtig war festzuhalten: „Wir sprechen von einem Topspieler.“ Den nächsten Schritt zurück zu diesem Niveau kann Zverev in seinem Auftaktmatch am Mittwoch gegen den Australier Christopher O‘Connell gehen. THOMAS JENSEN