Brüssel – Die letzte deutsche Titel-Hoffnung in Europa heißt Bayer statt Bayern. Leverkusen hat nach einer titelreifen Leistung als einziger Bundesligist das Halbfinale eines Europacup-Wettbewerbs erreicht und darf vom ersten Titel seit 30 Jahren träumen. Die Werkself erreichte durch ein 4:1 (2:0) im Viertelfinal-Rückspiel bei Union Saint-Gilloise die Vorschlussrunde der Europa League. Das Hinspiel war 1:1 ausgegangen. Moussa Diaby brachte die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso nach 66 Sekunden in Führung, Mitchel Bakker (38.), Jeremie Frimpong (60.) und Adam Hlozek (79.) legten nach. Das Tor der Belgier erzielte Casper Terho (64.).
Im Lotto-Park, in dem normalerweise der RSC Anderlecht seine Heimspiele bestreitet, erwischte Bayer einen Traumstart. Senne Lynen fing den Doppelpass zwischen Florian Wirtz und Diaby eigentlich ab, spitzelte den Ball aber dadurch Diaby in den Fuß. Der französische Nationalspieler dribbelte Torhüter Anthony Moris aus und schob ein.
Die Belgier rannten nun mit all ihrer Körperlichkeit an, die Werkself stemmte sich dagegen und hoffte auf Konter. Nach 16 Minuten hätte Diaby nach schönem Pass von Wirtz erhöhen können, verzog aber knapp. Sechs Minuten später trat Hlozek nach Hereingabe von Bakker am Ball vorbei.
Acht Minuten vor der Pause spielte Bayer einen überragenden Angriff sehenswert zu Ende. Doppelpass von Diaby und Wirtz, Diaby zog auf, bediente Hlozek, dessen Flanke Bakker am langen Eck volley verwertete. Saint-Gilles kam bis zur Pause bestenfalls zu ein paar Halbchancen.
Nach der Pause verstärkten die Gastgeber den Druck weiter, doch die Leverkusener Abwehr um den seit Wochen starken Jonathan Tah verteidigte leidenschaftlich und gewissenhaft. Bayer legte sogar wieder nach, als Bakker Moris erfolgreich bedrängte, der Torhüter den Ball in die Füße von Frimpong spielte und der ins leere Tor traf. Doch die Belgier kamen zum Anschlusstreffer und trafen durch Simon Adingra die Latte (70.). Für Klarheit sorgte Bayers viertes Tor, per Abstauber traf Hlozek nach einem Schuss von Diaby. dpa