München – Braucht Bayern einen neuen Stürmer? War die Entlassung von Julian Nagelsmann ein Fehler? Ist Oliver Kahn noch der richtige FCB-Anführer. Unsere Zeitung hat sich bei den Fans umgehört.
Bernd Hofmann, Präsident Fanclub Nabburg/Oberpfalz: „Es fehlt ein Superstürmer“
Es ist immer einfach zu kritisieren, wenn es mal nicht so läuft. Ich bin der Meinung, dass man Kahn, Hainer und Salihamidzic nicht das Bemühen absprechen kann, das Beste für den Verein zu wollen. Es ist auch für einen Trainer nicht einfach, so ein Starensemble bei Laune zu halten. Letztendlich muss sich die Mannschaft am Riemen reißen. In erster Linie braucht der FC Bayern aber einen Stürmer, der Tore schießt. Wir jammern auf hohem Niveau, aber ich brauche mir nur die geschossenen Tore anschauen. Ein richtiger Knaller – wie Robert Lewandowski oder auch Erling Haaland, der ein Vieh ist – wäre schon etwas.
Gerhard Stadler, Vorsitzender Fanclub Floss 1988: „Viele Spieler weit weg von ihrer Topform“
Die Bayern haben gehofft, dass die Tore auf mehrere Schultern verteilt werden. Das hat nicht funktioniert. Viele Spieler sind weit weg von ihrer Topform. Musiala ist von der Leichtigkeit des Vorjahres meilenweit entfernt. Davies ist illusorisch weit weg von seiner besten Zeit. Das ist alles Kopfsache. Es wäre jetzt wichtig, wenigstens die Meisterschaft einzutüten.
Alexander Grundler, Mitglied, Fanclub Rollwagerl’93: „Blick nach vorne richten!“
Am Ende des Tages sind es nur Menschen. Vielleicht müssten wir ein bisschen mehr Geduld lernen. Wenn es mal so blöd läuft, muss man sagen, wir haken die Saison ab, geben dem Trainer mehr Zeit und schauen, was in der nächsten Spielzeit passiert. Sich zu ärgern und draufzuhauen, ist verschwendete Energie. Diese sollte man für den Blick nach vorne verwenden. Operative Hektik hilft nicht. Es liegt nicht immer an der Qualität des Kaders.
Siegfried Deffner, Vorstand Fanclub Issigau: „Tuchel ist bei mir unten durch“
Kimmich, Goretzka und Musiala sind nur noch Mitläufer. Zweitens haben wir einen viel zu großen Kader, auf der Bank sind viele unzufrieden. Mit Salihamidzic passt es ebenfalls gar nicht. Er ist schon mit Flick nicht zurechtgekommen. Bei Kahn war ich anfangs auch skeptisch, aber über ihn habe ich Gutes gehört. Vielleicht ist er einfach keine Krawallbürste wie Hoeneß und macht vieles im Hintergrund. Unsere Startelf wird auch zu oft durchgewechselt. Tuchel war bei mir schon beim zweiten Spiel unten durch, als er Coman und Sané auf die falsche Seite gestellt hat.
Helmut Aurnhammer, Vorstand Red Dogs Stopfenheim: „Kahn und Brazzo sind nicht das Wahre“
Der FCB muss aus meiner Sicht wieder besser Fußball spielen. Hoffen wir, dass Thomas Tuchel das wieder hinkriegt. Irgendwie habe ich Julian Nagelsmann sehr gerne gehabt. Sein Aus konnte ich nicht verstehen. Wir bräuchten auch einen guten Mittelstürmer. Und ob Kahn und Salihamidzic die Richtigen auf ihrer Position sind, weiß ich auch nicht. Die zwei sind auch nicht das Wahre.
Matthias Haser, Vorsitzender Fanclub Kasing: „Das war nicht Bayern-like“
Ich denke, dass der plötzliche Trainerwechsel dem Verein nicht gutgetan hat. Hier wurde „panisch“ gehandelt, obwohl das in meinen Augen gar nicht nötig war! Man hatte Mitte März nach dem Leverkusen-Spiel die Angst, in die Situation zu kommen, in der sich der Verein jetzt nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal und der Champions League befindet. Dieses überstürzte Handeln hat meiner Meinung nach den Großteil der Mannschaft so verunsichert, dass diese komplett aus dem Tritt kam. Ich denke, in diesem Fall müssen sich Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic hinterfragen, ob dieses Handeln Bayern-like war.
Thomas Hasler, Vorsitzender Fanclub Ilmendorf: „Brazzos muss seinen Schreibtisch räumen“
Zurzeit macht es keinen Spaß, den FC Bayern anzuschauen. Im Sommer muss ein großer Umbruch her: Brazzo muss seinen Schreibtisch räumen, ein Mittelstürmer muss her – auch wenn es Choupo-Moting echt gut macht. In der Defensive sollte ein Spieler verkauft werden, der in den wichtigen Spielen für die Gegentore verantwortlich ist. Und den Nagelsmann hätte ich bis zum Sommer noch behalten, weil recht viel schlechter hätte er es auch nicht machen können.
Robert Kailer, Schriftführer 13 Höslwanger: „Die Bayern-Familie leidet“
Es muss im Umfeld endlich Ruhe einkehren. Die Kabine muss ihre eigene Blase wieder bilden können, ohne „Maulwurf“. Die Spieler sollen sich nur auf Fußball konzentrieren können. Das ist ihre Aufgabe. . Thomas Tuchel ist ein sehr guter, authentischer Trainer. Für die momentane schwierige Situation kann er nichts. Dennoch: Der Begriff „Bayern-Familie“ leidet momentan. Die Herzlichkeit und die Mitnahme der Fans eines Uli Hoeneß’ und Franz Beckenbauers fehlt einfach zurzeit. Da hoffe ich, dass ein Thomas Müller nach seiner Karriere unbedingt dem FC Bayern weiter in irgendeiner Funktion erhalten bleibt.