München – Es tut sich was im Frauenfußball. In München, aber auch im Rest der Republik. Im September stellten die Münchnerinnen im Saisoneröffnungs-Duell mit Eintracht Frankfurt einen neuen Zuschauerrekord auf – 23 200 kamen damals in die Allianz Arena. Am Samstag wird der FCB diese Bestmarke wieder los sein, denn im RheinEnergie-Stadion in Köln wird eine „riesige Party“ mit über 32 500 Fans erwartet. Darunter auch Steffen Baumgart.
„Ich wünsche den Frauen eine gewisse Art von Ruhe. Das gelingt am besten, wenn man alles rausfeuert“, riet der Trainer der Kölner Bundesliga-Männer vor dem Spiel gegen – erneut – Frankfurt (13.00 Uhr/MagentaSport). „So ein Fußballspiel gab es noch nie in Deutschland“, jubelt Nicole Bender-Rummler, FC-Cheftrainerin.
Der gut genutzte Hype, ausgelöst vom EM-Sommermärchen 2022, ist der Motor für den großen Zuspruch, meint auch Vize-Europameisterin Sara Doorsoun. „Man kann definitiv von einem Boom sprechen. Dieses Spiel ist auch sinnbildlich für das, was wir im Sommer erreicht haben“, äußerte die in Köln geborene SGE-Verteidigerin, die ein „heißes Spiel“ erwartet.
In der Liga hat sich der Zuschauerschnitt (rund 2500) im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Damit liegt man im Vergleich mit den Männern weit über der Regionalliga Bayern (790), aber auch noch ein gutes Stück hinter der Dritten Liga (7800) mit Schwergewichten wie Dresden, Essen oder den Löwen.
Um die Sichtbarkeit des Frauenfußballs weiter zu fördern, hat Sponsor Audi gemeinsam mit dem Club eine Kampagne namens „Die 12te Frau“ gestartet. Gemeinsam mit Designerinnen aus der Stadt soll die Fan-Tradition neu interpretiert und mit positiven Statements unterlegt werden. Ayzit Bostan hat dafür eine weibliche Fußballkutte entworfen – und sechs Münchner Künstlerinnen gebeten, Patches zu gestalten. Diese sind in limitierter Auflage im Fanshop in der Weinstraße zu erwerben – und werden auch zugunsten des Frauenfußballs versteigert.
Bianca Rech, Sportliche Leiterin der Bayern-Frauen, spricht von einem „Boom“ auf allen Ebenen. „Unser Home-Trikot gibt es ja schon zu kaufen, aber wir kommen mit der Anzahl der weit vor der Saison bestellten Trikots kaum hinterher“, erklärt Rech. „Es ist klar, dass wir in Zukunft viel mehr Trikots zur Verfügung stellen müssen und auch wollen. Sicher ist das Thema Merchandise eines, das wir in den kommenden Jahren forcieren.“ MATHIAS MÜLLER,
HANNA RAIF