Niederberger: Aus dem Tunnel zum Titel-Hattrick

von Redaktion

München – Als in der 58. Minute wieder ein Getümmel vor seinem Kasten herrschte und für einen Moment niemand wusste, wo die Scheibe ist, hob Mathias Niederberger die Linke mit dem mächtigen Fanghandschuh. Da ist der Puck. Eine Geste des Triumphs: Das fünfte, das entscheidende Spiel war seines. Das vierte, am Freitag in Ingolstadt, ja auch schon. Das hatte der Goalie mit einem Shut-out beendet (3:0), für den er vor allem seine Vorderleute verantwortlich gemacht hatte, „weil sie fehlerfrei gespielt haben“, am Sonntag dann (3:1) brachten ihn die Kollegen in viele Drucksituationen. Gegen Ende des zweiten und zu Beginn des letzten Abschnitts zog der EHC eine Strafzeit nach der anderen – und da war Mathias Niederberger gefragt. Wenn sich jemand gefragt haben sollte, warum genau der EHC ihn aus Berlin geholt hatte – das war die Antwort.

Vor einem Jahr hatte Niederberger die Meistertrophäe, auch schon in München hochgehalten. Er wusste damals schon, dass er hierher wechseln würde. Für EHC-Sportchef Christian Winkler war Niederbergers Verpflichtung die wesentliche Personalie: „Wir sagten immer: Wenn in dieser Halle noch mal ein Meister gekürt wird, dann sind wir es. Vorige Saison war Mathias der Faktor für Berlin, heute hat er entscheidenden Anteil an unserem Erfolg.“

Für den Sohn von Altnationalspieler Andi Niederberger, inzwischen Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), war es der dritte Titelgewinn in Folge. „Mathias schaut immer nach vorne, nie zurück. Er kann ständig noch eine Schippe drauflegen.“ Niederberger selbst sagte während der Serie, dass er vieles um sich herum gar nicht mehr wahrnehme: „Ich bin komplett im Tunnel.“ Auf die Statistiken „habe ich seit zwei Monaten nicht geschaut“, erklärte er. Da lagen lange andere vorne: Franzreb (Bremerhaven), Strahlmeier (Wolfsburg), Reich (Ingolstadt). Doch Meister wurde Niederberger. GÜNTER KLEIN

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