Crailsheim – Eineinhalb Minuten vor Schluss war für Andi Obst die Zeit gekommen, das Heft noch einmal in die Hand zu nehmen. Der Nationalspieler nahm von der Dreierlinie Maß. Und natürlich saß auch dieser Wurf, der aus vier Punkten Vorsprung deren sieben machte. Am Ende stand ein humorloses 78:69 (28:31) für die Basketballer des FC Bayern. bei den Crailsheim Merlins. Der zehnte Sieg in Serie für die Münchner, die damit Tabellenplatz drei endgültig eintüteten. Und Obsts Blick geht schon einmal nach vorne: „Wir müssen die Zeit jetzt nützen um zu regenerieren und wieder fit zu werden“, sagte er, „dann sind wir bereit für die Playoffs.“
Noch ist man vom titelreifen Zustand ein Stück entfernt. In Crailsheim zeigten die Bayern zwar defensiv ihre Qualitäten. Nach vorne allerdings blieb vieles noch Stückwerk. Bis ins Schlussviertel hinein ließ man ohne den erneut geschonten Vladimir Lucic auch viele freie Würfe liegen. So dass es lange Zeit Andreas Obst war, der sein Team trug. 24 Punkte hatte der Nationalspieler am Ende eingesammelt – seit seiner Vertragsverlängerung vor einigen Wochen spielt der beste Dreierschütze der Euroleague in Ausnahmeform.
Aber auch unabhängig von Obst – es ist ein Merkmal des Pokalsiegers: Man hat im Saisonverlauf Wege gefunden, im entscheidenden Moment noch eine Schippe zuzulegen. Im Schlussviertel machten die Bayern die eigene Zone noch ein bisschen besser dicht. Suchten vorne noch etwas geradliniger den Weg zum Korb – das reichte, um den, lange so verbissen kämpfenden, Crailsheimern am Ende doch das Nachsehen zu geben. Abgehakt war Aufgabe Nummer 30 in dieser BBL-Spielzeit.
Die Nummer 31 lässt nicht lange auf sich warten. Am Mittwoch (19 Uhr) versuchen sich die Bayern dann wieder zuhause – dann ist Aufsteiger Rostock im Audi Dome zu Gast. rp