Landshut/Köln – Erst das WM-Aus für NHL-Jungstar Tim Stützle, dann der schmerzhafte Kopftreffer beim Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm und die unnötige Heimpleite gegen den kleinen Nachbarn Österreich: Für den neuen Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis läuft die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt überhaupt noch nicht nach Wunsch.
Weil sein Klub Ottawa Senators keine Freigabe erteilte, wird mit Stützle auch der zweite NHL-Hochkaräter im deutschen WM-Team fehlen, nachdem bereits Verteidiger Moritz Seider abgesagt hatte. Deshalb richten sich alle Hoffnungen auf Sturm, der beim 2:3 nach Penaltyschießen am Samstag in Landshut gegen Österreich zwar mit einem Tor und einem Assist ein sportlich fast perfektes Debüt in der Nationalmannschaft feierte – dann aber brutal aus dem Spiel gecheckt wurde.
Ein übler Ellbogencheck, der den Kopf des 27-Jährigen hart gegen die Bande donnerte, beendete nach 50 Minuten Sturms erstes Länderspiel. Der Stürmer der San Jose Sharks blieb zwar auf der Bank, kam aber nicht mehr zum Einsatz. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, teilte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB). Ihm gehe es „im Moment okay“, berichtete Kreis.
Ohne den Augsburger, der das erste deutsche Tor durch den Kölner Maximilian Kammerer (12.) vorbereitet und das 2:2 (41.) selbst erzielt hatte, ließ die DEB-Auswahl allein in der Schlussphase fast acht Minuten Überzahl ungenutzt. „Wir haben das Spiel im eigenen Powerplay liegen gelassen“, meinte Kapitän Moritz Müller bei MagentaSport selbstkritisch: „Aber dafür ist die Vorbereitung da, um sich zu finden und solche Sachen besser zu spielen.“
Schon mit Sturm hatte das Kreis-Team eine 5:3-Überzahl nicht genutzt. Österreich, in der Weltrangliste sechs Plätze hinter der DEB-Auswahl geführt und bei der WM im Tampere und Riga (12. bis 28. Mai) fünfter Vorrundengegner, traf dagegen zweimal im Powerplay – und dreimal im anschließenden Penaltyschießen, als alle deutschen Schützen scheiterten.
Wie wichtig Sturm bei der WM werden kann, bewies er in seinen ersten 50 Nationalmannschafts-Minuten. In der NHL eher wegen seiner Defensivarbeit geschätzt, trug er fast alleine die DEB-Offensive. „Er ist wahrscheinlich einer der besten deutschen Eishockeyspieler“, schwärmte Kammerer, „es macht mega Spaß mit ihm.“ sid