Zieht es der HSV diesmal durch?

von Redaktion

Rückenwind nach Derbysieg – Schonlau: „Fünf Endspiele . . .“

Hamburg – „Wahnsinn“, „unbeschreiblich, „unfassbar“: Die HSV-Profis schwelgten nach ihrem spektakulären Derbysieg in Superlativen. So etwas wie beim 4:3 (1:1) gegen den Stadtrivalen St. Pauli hatten sie selbst beim Drama-erprobten HSV lange nicht mehr erlebt. „Wir sind alle fix und fertig“, sagte Robert Glatzel. Die Augen des Torjägers leuchteten.

So wild das Spiel auch war, so ausschweifend die anschließende Party und so „wichtig“ der Schritt in Richtung Bundesliga (HSV-Vorstand Jonas Boldt) – der Blick bei Glatzel und seinem Team ging am Wochenende schnell wieder nach vorn.

Der Auftritt gegen St. Pauli „muss uns einen ganz klaren Push geben für die nächsten Spiele“, forderte Glatzel. Und auch Kapitän Sebastian Schonlau nahm das Finish mit den fünf „Endspielen um den Aufstieg“ ins Visier: „Das gibt Schwung. Natürlich wollen wir den mitnehmen.“

Einen Kontrahenten, und das war der aus HSV-Sicht süße Nebeneffekt der gewonnenen Stadtmeisterschaft, hat der einstige Dino nun wohl weniger im Kampf um die ersehnte Bundesliga-Rückkehr. Neun Punkte beträgt der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Tim Walter auf den ungeliebten Stadtrivalen.

„Trotzdem“, sagte Schonlau und hob warnend den Zeigefinger: „Nächste Woche hilft uns dieser Sieg nur begrenzt weiter. Wir sind gut beraten zu arbeiten, weil wir etwas vorhaben. Das wollen wir unbedingt erreichen.“ Dieses Vorhaben ist seit Freitag wieder ein Stück realistischer geworden – dank der Treffer von Jonas David (44.), Bakery Jatta (48.), Moritz Heyer (52.) und dem Eigentor von Jakov Medic (78.).

Die Warnung des Kapitäns hat einen Grund – eigentlich sind es sogar vier Gründe: Viermal versuchte sich der Club zuletzt am Aufstieg, viermal vergeigten es die Hamburger. Mal mehr, mal weniger dramatisch. Im letzten Jahr scheiterte man in der Relegation. Und in selbiger dürfte es mit einer Defensivleistung wie gegen St. Pauli schwer werden. Man werde „das Wochenende durch die Stadt laufen und die Stimmung einatmen“, sagte Boldt, aber „nächste Woche geht es weiter. So ein Sieg sollte Auftrieb geben.“  dpa

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