München – „Superspannend, obwohl es am Ende ein 4:1 war“, sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), zur Finalserie zwischen München und Ingolstadt. „Und wenn Eins gegen Zwei spielt“, fuhr er fort, „ist es immer ein verdientes Finale.“ Auch Andi Niederberger, Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und stolzer Vater von EHC-Tormann Mathias Niederberger, war angetan vom auf dem Eis Gebotenen: „Eine ganz hervorragende Serie.“ Die Frage lautet nur: Was ist in der breiten Öffentlichkeit angekommen von der ersten bayerischen Finalserie der DEL-Geschichte?
Dass zwei Mannschaften aus einem bayerischen Regierungsbezirk aufeinandertrafen, entwickelte natürlich nicht die nationale Wucht, wie sie ein Nord-Süd-Duell oder das rheinische Derby mit den strahlkräftigen Kölner Haien und der Düsseldorfer EG gehabt hätte. Große Aufmerksamkeit zog das Viertelfinale zwischen Mannheim und Köln auf sich, das in den beiden größten Hallen (13 600 und 18 700 Plätze) ausgetragen wurde. Das Finale hatte eine andere Dimension (München 5728, Ingolstadt 4816). „Kleine Hallen, aber sie waren voll und die Stimmung überragend“, so Gernot Tripcke. Im Streamingportal Magentasport hätten alle Finals „mindestens 100 000 Zuschauer gehabt“, das sei gut. Die Gesamtzahl der DEL-Saison stieg auf 23 Millionen Abrufe.
Was die Liga verärgerte, war die verhaltene Berichterstattung von ServusTV. Der österreichische Fernsehsender war nach dem Ausstieg von Sport1 als Free-TV-Partner zurückgekehrt, sollte Magenta-Übertragungen als „Servus Hockey Night“ übernehmen. Doch lediglich das zweite Finalspiel wurde im linearen Fernsehen ausgestrahlt, die anderen verschwanden im Internet – trotz Beteiligung des EHC München, der wie das Medienhaus zum Red-Bull-Konzern gehört. „Die Live-Übertragungen auf ServusTV haben wir uns anders vorgestellt. Da haben wir sicher Gesprächsbedarf im Sommer“, sagt Tripcke.
In flirtender Absicht richtet sich der Blick auf die ProSieben-Gruppe, die sonntags mit der NHL bereits einen Eishockey-Bestandteil im Programm hat. GÜNTER KLEIN