Heikle Themen im Gepäck

von Redaktion

Voss-Tecklenburg startet letzte WM-Inspektionsreise

Frankfurt/Main – Beim Nachtflug nach Down Under hatte Martina Voss-Tecklenburg eine Menge heikler Themen im Gepäck. Der drohende TV-Blackout, die Fragezeichen hinter der Personal-Planung, der Umgang mit der hohen Erwartungshaltung – all das nahm die Fußball-Bundestrainerin mit an Bord, als sie am Montagabend zu ihrer letzten Inspektionsreise auf den Fünften Kontinent vor der Frauen-WM in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) aufbrach. Spätestens wenn Voss-Tecklenburg in 78 Tagen mit ihrer Mannschaft beim Start in die WM-Mission erneut in den Flieger steigt, sollten alle offenen Baustellen geschlossen sein. Das gilt vor allem für den Poker um die Medienrechte. „MVT“ will sich nicht damit abfinden, dass deutsche Fans in die Röhre schauen.

„Ich weiß, dass man sich einigen wird. Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch“, sagte Voss-Tecklenburg am Montag auf dem Campus des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): „Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand – es gibt doch gar keine Alternative zu einer Einigung.“

Bislang ist der Ausschreibungsprozess auf dem deutschen Markt allerdings erfolglos verlaufen. Der Weltverband FIFA kritisierte zuletzt, es habe keine Angebote gegeben, „die das größte Frauenfußballturnier der Welt in seinem wahren Wert anerkennen“.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hatte das verwundert. „ARD und ZDF haben im Rahmen dieser Ausschreibung ein marktgerechtes Angebot platziert“, sagte der 61-Jährige vor wenigen Tagen der FAZ. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten nach ihren hervorragenden EM-Quoten im Vorjahr „ein angemessenes, die WM umfassend abbildendes Angebot bei der FIFA platziert“, betonte Balkausky. Das Finale der DFB-Frauen gegen England (1:2) war mit einer Einschaltquote von durchschnittlich 17,9 Millionen Menschen in der ARD die meistgesehene Sportsendung im Jahr 2022.

Trotz der personellen Fragezeichen und den durchwachsenen Auftritten wie zuletzt bei der Testspiel-Niederlage gegen Brasilien (1:2) ist Voss-Tecklenburg von ihrer Mannschaft überzeugt. „Wir sind sehr optimistisch. Die Qualität im Kader ist extrem hoch und wir haben noch eine Menge Trainingszeit, die uns gut tun wird“, äußerte „MVT: „Wir müssen den Anspruch haben, um den Titel mitspielen zu können.“  sid

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