München – Wenn man beim FC Bayern in der laufenden Saison eine Sache hat lernen können, ist es folgende: Freie Tage sind zur Regeneration da, am besten in Ruhe und am besten zuhause. Man sollte nicht Skifahren gehen wie Manuel Neuer oder Julian Nagelsmann, man sollte nicht in ein Flugzeug steigen und über den Kontinent fliegen wie der modebegeisterte Serge Gnabry. Worunter der Besuch eines Fußballspiels in einer mehr als 400 Kilometer entfernten Stadt zählt, ist zwar noch nicht geklärt. Aber es ist davon auszugehen, dass Lucas Hernandez und Benjamin Pavard für ihren angeblichen Besuch am Wochenende in Mailand intern nicht viel Applaus ernten dürften.
Wie DAZN gestern berichtete, wurden die beiden Bayern-Verteidiger – einer in der Reha, der andere für das 1:3 in Mainz gesperrt – am Sonntag am Rande der Partie des AC Mailand gegen US Lecce (2:0) gesichtet. Ein kurzer Trip ins Giuseppe-Meazza-Stadion – und zurück: Warum nicht? Vor allem, da in Hernandez’ Bruder Theo und den beiden französischen Kollegen Olivier Giroud und Mike Maignan gleich drei bekannte Gesichter im Milan-Kader stehen. Für ein persönliches Treffen mit dem Trio sollen Hernandez, der beim FCB vor einer Vertragsverlängerung bis 2027 stehen soll, und Pavard sogar nach Abpfiff den Weg in die Mailänder Kabine gesucht haben.
Der Aufschrei war gestern nicht groß, die Aktion aber – hat sie denn so stattgefunden – ist in Anbetracht der aktuell mehr als angespannten Lage an der Säbener Straße mehr als unglücklich. Sie passt zudem zu den Gerüchten, die es rund um die WM über Pavard gegeben hatte. Mit den Worten „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit. Warum nicht ein neues Land, eine neue Kultur entdecken?“ wurde der 27-Jährige damals zitiert und hatte den AC Mailand ins Gespräch gebracht. Nun hat er sich die Lage wohl mal vor Ort angesehen – obwohl ein Wechsel im Sommer derzeit unwahrscheinlich scheint.
Hernandez initiierte den Trip nach Mailand, der aber bei seiner Familie auch nicht gut ankam. Über Instagram teilte seine Frau Amelia Ossa Llorente ihren Unmut darüber, dass er eine Affäre mit dem italienischen Model Cristina Buccino habe und seine zwei Kinder (vier Jahre und zehn Monate) vernachlässige. „Du kannst aufhören, ein doppeltes Spiel zu spielen, Lucas Hernandez. Ich schenke ihn dir, Cristina Buccino“, schrieb Llorente, die von der eher toxischen On-off-Beziehung – Höhepunkt war ein richterliches Kontaktverbot – scheinbar endgültig genug hat. hlr, pk