München – Das hat gerade noch gefehlt. Der TSV 1860 hat seinen nächsten Skandal. Wie die „Bild“ zuerst berichtete, genehmigten sich drei Löwen-Akteure vor und zwischen Trainingseinheiten Schnaps in der Kabine. Ein No-Go für jeden Sportler – für jeden Profi erst recht. Der Club wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern. Alle drei bekamen eine Abmahnung aus der Löwen-Chefetage.
Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei den Schluckspechten um drei Spieler, die nächste Saison – unabhängig von diesem Vorfall – ziemlich sicher nicht mehr Teil des Kaders von Trainer Maurizio Jacobacci sein werden. Anders als berichtet, wurden sie zwar nicht auf frischer Tat ertappt. Dennoch gab es starke Verdachtsmomente, die die 1860-Führung auf den Plan gerufen hat.
Böse Zungen würden die Frage stellen, ob sich das Trio die verkorkste Saison schönsaufen wollte. Nach einem furiosen Start lag 1860 auf klarem Aufstiegskurs. Dann aber brach die Mannschaft, damals noch unter der Führung von Michael Köllner, ein. Auch unter Interims-Coach Günther Gorenzel stellte sich keine Besserung ein.
Erst der heutige Coach Jacobacci konnte die Mannschaft stabilisieren. Unter ihm holten die Löwen immerhin vier Siege und zwei Unentschieden aus neun Spielen. Jacobacci coachte sich so zum Anschluss-Vertrag, der über die Saison hinaus Gültigkeit hat.
Immer wieder betont Jacobacci, dass er auf Siegeswillen, Leidenschaft und Teamgeist setzt. Gerade den lassen die drei Profis aber vollständig vermissen, wenn sie sich im Heiligtum der Mannschaft Hochprozentigen in den Löwen-Schlund kippen. Abgesehen von der arbeitsrechtlichen Abmahnung scheint es unausweichlich, dass Jacobacci auch sportliche Konsequenzen zieht und betreffende Spieler auf die Bank setzt. Die Saison ist de facto vorbei, sämtliche Ansprüche auf ein verdientes „Prosit“ nach dem 38. Spieltag längst erloschen. ulk/jals