Offiziell haben die Basketballer des FC Bayern die wichtigste Personalie für die Zukunft ja noch ganz weit hinten angestellt. Man werde die Saison abwarten, analysieren und dann entscheiden, hatte etwa Präsident Herbert Hainer im Rahmen eines Sponsorentermins erklärt. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass die Würfel längst gefallen sind. Die bei Real Madrid für gewöhnlich bestens vernetzte Marca vermeldete, die Bayern hätten Einigkeit mit Real-Madrid-Ikone Pablo Laso erzielt. Ein Kontrakt für drei Spielzeiten ist demnach fertig ausgehandelt.
Dass die Münchner die Vollzugsmeldung hinten anstellen, liegt nahe. Noch ist Andrea Trinchieri im Amt. Die Bayern werden es dem Mann, der die Mannschaft in drei schwierigen Jahren immerhin zweimal in die Euroleague-Playoffs und zweimal zum Pokalsieg führte, selbst in die Hand legen, Abschied zu nehmen. Wohl in Richtung Italien. Und eigentlich spielt das Warum dann auch keine Rolle mehr.
Für die Bayern macht die Personalie Laso allemal Sinn. So wie auch die Bayern für Laso Sinn machen. Der Baske kann den Beweis antreten, dass er tatsächlich nach seinen gesundheitlichen Problemen des Vorjahres wieder der Alte ist. In einem Verein, in dem er viel entwickeln kann. Und der auch entwickelt werden will. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass es die Bayern nach drei von Corona- und Energiekrise überschatteten Jahren wieder zu einem Angriff zieht. Und dafür hat man sich die Dienste eines spektakulären Projektleiters gesichert, der nicht umsonst selbst von Ex-Champion Efes Istanbul schwer umworben war.
Pablo Laso steht für attraktiven Sport. Für den spanischen Basketball, der schon so lange in Club- und Nationalmannschaftswettbewerben Maßstäbe setzt. Übrigens auch in der BBL, wo der spanische Trainer-Guru Aito Garcia Reneses mit Alba Berlin den hartnäckigsten Münchner Widersacher zimmerte, der den Bayern in den beiden vergangenen Jahren schmerzhafte Finalniederlagen bescherte.
Und Pablo Laso steht für Erfolg. Stattliche 22 Titel hat er in elf Jahren Real Madrid gesammelt. Mehr als ein Jahrzehnt war er feste Größe an der Spitze Europas. Und genau dort wollen die Bayern bekanntlich auch baldmöglichst hin.
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