München – Als sich Uli Hoeneß vergangene Woche auf den Weg vom Tegernsee an die Säbener Straße machte und Trainer Thomas Tuchel öffentlichkeitswirksam einen Trainingsbesuch abstattete, wurde das als Fingerzeig in Richtung des arg wankenden Bayern-CEO Oliver Kahn verstanden. Noch am gleichen Tag wurden Meldungen aus Frankfurt in München lanciert, dass Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann ein potenzieller Kandidat für eine mögliche Kahn-Nachfolge sei.
Hinter den Kulissen des FC Bayern wurden diese Meldungen schnell und nachvollziehbar dementiert: kein Stallgeruch, keine Expertise als ehemaliger Fußballprofi. Zum Zeitpunkt, als Hellmanns Name kursierte, befand dieser sich in Verhandlungen mit der SGE über eine Verlängerung seines dortigen Vorstandsvertrags – und die Gerüchte über ein mögliches Engagement beim deutschen Rekordmeister dürfte seine Verhandlungsposition nicht verschlechtert haben. Am Dienstag vermeldete die SGE dann, dass der 51-jährige Jurist den Frankfurtern erhalten bleibt. Angesprochen auf die Bayern-Gerüchte sagte Hellmann am Dienstag: „Es hat nie Gespräche oder eine konkrete Anfrage gegeben, die Position von Oliver Kahn oder eine ähnlich gestaltete zu übernehmen.“
Und so rückt nun ein anderer Noch-Vorstand der Münchner in den Fokus: Jan-Christian Dreesen. Der Finanzchef wurde seit geraumer Zeit, wie auch Hellmann, als neuer Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga gehandelt. Der Frankfurter, der den Posten aktuell gemeinsam mit dem Freiburger Oliver Leki nach dem Abgang von Donata Hopfen interimsmäßig noch bis Ende Juni innehat, galt ursprünglich als Favorit. Nun wäre der Weg für den 55-jährigen Ex-Banker Dreesen von der Isar in die DFL-Zentrale in der Mainmetropole frei. bok