Frauen-WM im TV: Infantino macht weiter Druck

von Redaktion

Genf/München – Im Poker um die Rechte für die Frauen-WM droht FIFA-Präsident Gianni Infantino den großen europäischen Fußballnationen mit einem TV-Blackout. Sollten die Angebote „weiterhin nicht fair“ sein, werde der Weltverband „gezwungen“ sein, die WM in Australien und Neuseeland „nicht in die ‘Big 5’ europäischen Länder zu übertragen“, sagte der FIFA-Boss bei einer Podiumsdiskussion in Genf. „Um es ganz klar zu sagen: Es ist unsere moralische und rechtliche Verpflichtung, die Frauen-WM nicht unter Wert zu verkaufen“, ergänzte Infantino, der die bisherigen Angebote als „sehr enttäuschend“ und „einfach nicht akzeptabel“ bezeichnete. Dies sei „ein Schlag ins Gesicht all der großartigen Spielerinnen und aller Frauen weltweit“. Mit seiner Kritik bezog sich der FIFA-Chef auch auf den deutschen TV-Markt.

Infantino betonte erneut, 100 Prozent der Rechteeinnahmen würden in den Fußball der Frauen fließen, da sich die FIFA „für gleiche Bedingungen und gleiche Bezahlung“ einsetze. Zudem hätten die öffentlich-rechtlichen Sender „die Verpflichtung, den Frauensport zu fördern und in ihn zu investieren“. Laut Infantino seien die Angebote für die Frauen-WM in den fünf großen europäischen Ländern 20 bis 100 Mal niedriger als für das Männer-Turnier. Erstmals vergibt der Weltverband in Deutschland die Rechte an der Frauen-WM separat und nicht in einem Gesamtpaket mit der Weltmeisterschaft der Männer. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hatte sich zuletzt verwundert gezeigt. ARD und ZDF hätten „ein marktgerechtes Angebot platziert“, sagte er der FAZ. Die FIFA sieht das offensichtlich anders.  sid

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