Laso vor der Unterschrift

von Redaktion

Medien: Bayerns Basketballer holen sich nächsten Weltklasse-Coach – Vertrag für drei Jahre

VON PATRICK REICHELT

München – Marko Pesic hatte die Geschicke zuletzt noch einmal in die Hände seines Trainers gelegt. Ob Andrea Trinchieri in der kommenden Saison noch Trainer sei, so sagte er, liege einzig und alleine an Andrea Trinchieri. Doch die Zeichen mehren sich, dass die Würfel längst gefallen sind. Der schon seit längerer Zeit als Nachfolger gehandelte Spanier Pablo Laso soll den Bayern den Zuschlag gegeben haben.

Wie die spanische Zeitung Marca berichtet, haben sich beide Seiten auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt. Man mag das überraschend finden, weil die Bayern im Rennen um die Gunst des 55-jährigen Basken durchaus hochkarätige Konkurrenz gegen sich hatten. Der gerade entthronte Euroleague-Champion Efes Istanbul, Panathinaikos Athen und Israels Basketball-Verband hatten sich um Laso bemüht. Nun machten die Bayern wohl das Rennen. Dabei dürfte die geografisch günstige Lage Münchens gegenüber Madrid kein Schaden gewesen sein. Vor allem aber sollen Laso die Entwicklungsmöglichkeiten in München gereizt haben. Es deutet sich an, dass die Bayern dem Umzug in den SAP Garden im kommenden Jahr mit deutlich verbesserten Finanzen angehen können.

Unter anderem ist der Club in offenbar fortgeschrittenen Verhandlungen BMW, der unter anderem die Namensrechte am Audi Dome übernehmen will. Laut Bild ist der Autobauer schon auf der Suche nach einer passenden Benennung für die Arena, die ja auch nach der Eröffnung der neuen Halle im Olympiapark zumindest teilweise die Heimspielstätte des Vereins bleiben soll.

Laso wäre dann bereits der erste große Coup. Immerhin war der Spanier elf Jahre lang Coach von Real Madrid. Satte 22 Titel heimste er in dieser Zeit ein – darunter auch zweimal die Königsklasse Euroleague. Bis vor knapp einem Jahr ein Herzinfarkt seine Ära bei den Königlichen jäh beendete. Wobei die Trennung unschön ausfiel – der Club löste aus „gesundheitlichen Gründen“ den Vertrag des Titelsammlers auf.

Doch die möglichen Zweifel an der Einsatzfähigkeit des Trainerstars sollen beseitigt sein. Nun will Laso einen neuen Anlauf auf der Bank in München versuchen und die Bayern wieder an der Spitze der BBL und in den Top-8 Europas etablieren.

Und Andrea Trinchieri? Dem Italiener sagten Wegbegleiter in der Vergangenheit immer wieder nach, dass sein aufreibender Stil alle drei bis vier Jahre einen Ortswechsel bedingt. Nun aber soll es ihn nach drei schwierigen Spielzeiten in München auch selbst in ein anderes Umfeld ziehen. Die Rede ist weiterhin von einer Rückkehr in seine Heimat Italien. Bei Olimpia Mailand hatte Trinchieri einst seine Trainerkarriere begonnen. Doch nun ist wohl Virtus Bologna eine realistische Option. Denn es gilt als ausgemacht, dass dessen Amtsinhaber Sergio Scariolo im Falle des Ausscheidens von Real Madrid im Euroleague-Viertelfinale in die spanische Hauptstadt weiterzieht. Dann wäre auch der Weg für Trinchieri frei. Doch vorläufig hat der noch Pläne bei den Bayern – ab 16. Mai in den BBL-Playoffs.

Artikel 1 von 11