Das RB-Orchester greift nach dem Pokal

von Redaktion

Mission Titelverteidigung: Leipzig um den überragenden Dani Olmo hat noch zwei klare Ziele

Freiburg – Wie laut Dani Olmo beim Ständchen für Geburtstagskind Mohamed Simakan um Mitternacht mitschmetterte, war aus dem vielstimmigen Leipziger „Thomanerchor“ nicht herauszuhören. Fraglos dagegen war, dass der Spanier kurz zuvor das RB-Orchester mit einem Tor und drei Vorlagen ins Finale des DFB-Pokals dirigiert hatte. Das beeindruckende 5:1 (4:0) beim SC Freiburg bedeutete für Olmo und Kollegen aber nur ein Etappenziel – in einem Monat sollen der Pokal-Triumph und der Einzug in die Champions League gefeiert werden.

„Ich will Pokale gewinnen und bin sehr glücklich, dass wir um einen noch kämpfen können“, sagte Olmo nach seiner Galavorstellung bei der Neuauflage des Vorjahresfinals: „Seit Beginn der Saison war es unser Ziel, nach Berlin zu fahren.“ Zum dritten Mal in Folge haben sich die Sachsen den Traum von der Endspiel-Teilnahme verwirklicht, am 3. Juni wollen sie ihren Titel im Olympiastadion mit aller Macht erfolgreich verteidigen.

„Jetzt wollen wir natürlich auch den letzten Schritt gehen und das Ding gewinnen“, sagte Trainer Marco Rose, dessen Klub noch unter Vorgänger Domenico Tedesco das Finale 2022 gegen den SC im Elfmeterschießen gewonnen hatte. Auch Konrad Laimer ließ nach dem Halbfinalsieg keinen Zweifel an den Absichten aufkommen. „Es macht immer Spaß in Berlin“, äußerte der Mittelfeldspieler: „Aber am meisten Spaß macht es, wenn man dann auch den Pokal gewinnt.“

So etwas ähnliches wie ein Finale steht für Leipzig allerdings schon am Samstag auf dem Programm. Dann muss RB in der Bundesliga erneut im Breisgau antreten (15.30 Uhr/Sky). Im Kampf um die Königsklasse können sich die Leipziger eine Niederlage gegen sicher hochmotivierte SC-Profis nicht erlauben. Sollte sich der Tabellenvierte aus Freiburg gegen den Fünften für das Pokal-Aus revanchieren können, würde der Vorsprung drei Spieltage vor Saisonende auf fünf Punkte anwachsen.

Max Eberl will dieses Szenario in jedem Fall verhindern. „Am Samstag wollen wir einen großen Schritt Richtung Champions League machen“. sagte der Leipziger Sport-Geschäftsführer: „Wir haben eine Duftmarke gesetzt. Aber wir wissen, was uns am Samstag erwartet. Wir müssen neu dagegenhalten.“

Am Dienstag gelang den Leipzigern das Dagegenhalten überraschend mühelos. Olmo (13.), Benjamin Henrichs (14.), Dominik Szoboszlai (37./90.+7, Foulelfmeter) und Christopher Nkunku (45.+1) sorgten mit ihren Toren für den deutlichen Erfolg vor 33 300 Zuschauern. Der Gegentreffer von Michael Gregoritsch (75.) fiel nicht ins Gewicht – im Gegensatz zur Roten Karte für Verteidiger Josko Gvardiol nach einer Notbremse (58.). Der kroatische Nationalspieler wird im Endspiel gesperrt fehlen.

So können Eberl und Rose immerhin schon üben, Lücken zu füllen. Schließlich wird Laimer gehen, der Abschied von Nkunku scheint sicher – und auch um Olmo gibt es trotz eines Vertrags bis Juni 2024 Spekulationen über einen Wechsel im Sommer.  sid

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