Hamburg/Kiel – Sander Sagosen machte große Augen. „Boah, das ist eine Überraschung“, sagte der norwegische Topstar des THW Kiel und lächelte verschmitzt, als er im Sky-Interview von der Niederlage des bis dato ärgsten Rivalen im Meisterkampf der Handball-Bundesliga erfuhr: „Das sind sehr gute Nachrichten.“
Als wäre der eigene 31:27-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen nicht schon genug Grund zur Freude im Lager des Rekordmeisters gewesen, patzten die bis Mittwochabend punktgleichen Füchse Berlin mit einem 28:32 überraschend beim TVB Stuttgart. „Das ist ein herber Rückschlag für uns“, gestand Füchse-Coach Jaron Siewert zerknirscht ein. Kiel hat sieben Spieltage vor dem Saisonende plötzlich wieder alle Trümpfe in der Hand – doch von einem perfekten Abend oder gar einer Vorentscheidung im Meisterkampf wollten die Zebras nichts wissen. „Diese Hürde zu meistern, war eine Herausforderung“, sagte THW-Trainer Filip Jicha bloß und schärfte vor dem Endspurt noch einmal die Sinne seiner Stars um den bei den Löwen mit sieben Treffern erfolgreichsten Torschützen Sagosen. „Wir sind mittendrin in den brutalsten Wochen“, so der Tscheche: „Es geht um alles oder nichts.“
Genau das scheinen sie in Kiel begriffen zu haben. Seit sechs Spielen ist das Jicha-Team in der Liga unbesiegt – und hielt dabei den Angriffen sämtlicher Titel-Konkurrenten stand. sid