Dachau wagt den Neubeginn

von Redaktion

ASV kehrt dank Sonderregeln ins Volleyball-Oberhaus zurück

München – Gleich vier Zweitligisten wagen zur kommenden Saison den Sprung ins Volleyball-Oberhaus. Das teilte am Mittwoch die Volleyball-Bundesliga (VBL) nach Abschluss des Lizenzierungsverfahrens mit. Klar ist damit auch: Mit dem ASV Dachau spielt damit eine dritte Mannschaft aus dem Münchner Umland erstklassig.

In der abgelaufenen Zweitligasaison wurde die Mannschaft von Trainer Patrick Steuerwald als Neuling hinter den anderen angehenden Erstligisten Karlsruhe und Freiburg Dritter. Der ASV Dachau ist kein Unbekannter im großen Volleyball. In den 1990er-Jahren war man national wie auch international eine Top-Nummer.

Die meisten Spieler des aktuellen Kaders waren damals noch nicht geboren. Aber der neue Anlauf soll ja auch keine Fortsetzung sein, eher ein Neubeginn auf breitem Fundament. Dazu passt es ins Bild, dass die 2. Mannschaft ebenfalls aufgestiegen ist und nun in der 3. Liga spielt.

Vor gut einem Jahr suchten die VBL-Verantwortlichen aufstiegswillige Zweitligisten, da der Liga nach den Rückzügen von Bühl, Frankfurt und Rottenburg die Teilnehmer ausgingen. Das Anforderungsprofil wurde auf das Notwendigste reduziert. Unter anderem wird in den kommenden beiden Jahren der Abstieg ausgesetzt.

Nach dem Durchmarsch aus der 3. Liga steht erst einmal Lernen im Mittelpunkt, wie ASV-Sportchef Raiko Worf sagt. „Wir wollen schon der beste Aufsteiger sein“, meinte er. Besonders freut sich der 45-Jährige auf die Derbys gegen Herrsching und Haching, aber auch auf das Gastspiel in Berlin.

Von Seiten der VBL erhält man jedoch für die, eigentlich zu kleine, Georg-Scherer-Halle eine Sondergenehmigung – zumal ein Neubau in Planung ist. Bis zu 1200 Zuschauer passen in die Halle, auch liebevoll „Schuhkarton“ genannt. Die ASV-Verantwortlichen hoffen auf bis zu 750 Zuschauer, gegen die Topteams auf volles Haus.

Nahezu alle Aufstiegshelden bleiben an Bord, lediglich Angreifer Vincent Graven und Zuspieler Niklas Trogisch (nach Grafing) werden den Verein verlassen. Der Star ist ohnehin der Trainer. Seit einem Jahr steht Patrick Steuerwald an der Seitenlinie. In seiner Karriere brachte es der Schwarzwälder auf 125 Einsätze im Nationalteam. DIRK SCHIFFNER

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