Der Kampf um die Schale

von Redaktion

Bayerische Personalsorgen in Bremen, Dortmund mit neuer Zuversicht

München – Der FC Bayern tritt an diesem Samstag im Weserstadion in Bremen an, das eigentliche Duell aber ist der Meisterkampf mit Borussia Dortmund. Die Ausgangslage: Bei vier verbleibenden Spieltagen stehen Thomas Tuchels Bayern einen Punkt vor Edin Terzics Borussen. Das Duell um die Schale geht in die heiße Phase – und wir zeigen, wie man es im Süden und im Westen angehen will.

Bayern: Thomas Tuchel plant mit Ryan Gravenberch in der Startelf. Der 20 Jahre alte Niederländer soll am Samstag (18.30 Uhr, Sky) bei Werder Bremen den gelb-gesperrten Leon Goretzka im defensiven Mittelfeld ersetzen. „Das ist naheliegend. Er hat mir gefallen und es liegt auf der Hand“, sagte Tuchel. Gravenberch war beim Sieg gegen Hertha BSC eingewechselt worden und hatte den deutschen Rekordmeister an der Seite von Joshua Kimmich zum Sieg angetrieben.

Für Gravenberch, der im Sommer für rund 18,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam nach München gewechselt war, wäre es der fünfte Einsatz in der Anfangsformation. Der mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattete Mittelfeldakteur hatte sich wiederholt über fehlende Einsatzzeit beklagt.

Verzichten muss Tuchel auch auf mehrere verletzte Spieler. Das Aufgebot sei „ziemlich dezimiert“. Neu hinzugekommen ist Verteidiger Josip Stanisic, der wegen eines Muskelfaserrisses rund zwei Wochen pausieren muss. Dayot Upamecano ist zwar auf dem Weg zur Rückkehr und im Lauftraining, ein Einsatz kommt aber noch zu früh. Bei Sturmspitze Eric Maxim Choupo-Moting fühle es sich an, als ob die Rückkehr eine Angelegenheit von Tagen sei, sagte Tuchel. Aber sicher sei das keineswegs.

„Es ist ein knappes Titelrennen. Wir sind in der Lage vorzulegen. Wir müssen einfach auch vorlegen“, sagte Tuchel, der auch auf das angebliche Interesse seines Clubs am Frankfurter Top-Torjäger Randal Kolo Munai angesprochen wurde, sich aber nicht in die Karten blicken ließ: „Ich würde es nicht bestätigen, wenn es so wäre, aber ich kann es auch nicht bestätigen.“

Gut für Bayern: Bremens Knipser Niclas Füllkrug fällt am Samstag mit Wadenproblemen aus.

Dortmund: Cheftrainer Edin Terzic schlägt nach der Enttäuschung von Bochum kämpferische Töne an und räumt seiner Borussia weiter gute Chancen ein. Die Aufregung über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff zugunsten des BVB beim 1:1 im Revierderby vor gut einer Woche soll die Vorbereitung auf die Partie am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) gegen den VfL Wolfsburg nicht stören. „Es bleibt keine Zeit, zu lange zu hadern. Es geht darum zu zeigen, dass uns nichts aufhalten kann. Wir haben noch vier Spiele Zeit, dafür zu sorgen, dass wir uns am Ende nicht über diesen Abend in Bochum ärgern müssen“, sagte der BVB-Coach.

Im Saisonendspurt ist bei seinem Team jetzt vor allem Nervenstärke gefragt. In den nächsten drei der insgesamt vier restlichen Saisonspiele greift der BVB erst nach den Münchnern ins Geschehen ein und muss auf das Ergebnis des bisher einen Punkt besseren Rivalen reagieren. „Das Einzige, was wir beeinflussen können, sind unsere eigenen Spiele. Bei allen Rückschlägen haben wir es immer noch in greifbarer Nähe, unser Ziel zu erreichen“ kommentierte Terzic die Ausgangslage. Der 40-Jährige hofft deshalb auf ein Finale mit Spannung bis zum letzten Spieltag am 27. Mai: „Es geht darum, den Druck aufrechtzuerhalten. Das geht nur, wenn wir drei Punkte holen.“

Es könnte dem BVB zum Vorteil gereichen, dass noch drei Spiele im eigenen Stadion anstehen. Schließlich stellt die Borussia in dieser Saison die heimstärkste Mannschaft. Terzic: „Es gibt so viel, wofür es sich lohnt, jetzt noch mal alles zu geben. Wir wollen am Ende der Saison noch etwas richtig Schönes in der Hand haben.“ Fehlen wird voraussichtlich Nico Schlotterbeck (Muskelblessur).  mm

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