Maximales Entertainment in Miami

von Redaktion

FORMEL 1 Die US-Rennen kennen keine Grenzen – Perez wittert Chance

Miami – Selbst Vin Diesel konnte es nicht fassen. „Es ist unglaublich“, sagt der Fast-and-Furious-Star, während er sich am Zaun der Boxengasse des Formel-1-Spektakels in Miami mit seinem Smartphone filmt: „Dafür lebe ich.“ Die Motorsport-Königsklasse entwickelt sich aber immer mehr ganz nach amerikanischem Geschmack und feiert sich in diesen Tagen in und unter der Sonne Floridas.

„Schaut euch einfach um“, betonte Nico Hülkenberg, standesgemäß mit Hose im Palmen-Muster: „Wenn du hier rumfährst, ist es für uns aus Europa so anders.“ Und dann brachte der deutsche Haas-Pilot das auf den Punkt, was die Formel 1 auch dort zum Erfolg verhalf, wo sonst nur Interesse an der Nascar in Sachen Motorsport herrschte. „Es fühlt sich auch wie ein Grand Prix mit viel Entertainment an – oder maximalem Entertainment.“

Und endlich für die Amis auch wieder mit einem US-Piloten. Es sei gar nicht so leicht gewesen, an die Karten zu kommen, berichtete Logan Sargeant. Um die 100 hat er nach eigenen Angaben für Freunde und Familie besorgt. Weit haben sie es nicht. Der 22 Jahre alte Williams-Pilot wurde unweit der Strecke in Fort Lauderdale geboren. „Ich habe mit Rennfahren zehn Minuten die Straße runter angefangen auf dem Miami Speedway“, erinnerte er sich: „Der Kreis schließt sich.“

Die Kreise der Formel 1 werden im selbst ernannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer größer, ebenso das Film-Interesse (siehe Kasten unten). Drei Rennen in den USA sind in diesem Jahr angesetzt mit dem unumstrittenen Highlight Mitte November: Las Vegas. Es wird die Rückkehr in die verrückte Glitzerstadt mit ihren aberwitzigen Hotels und Casinos nach über vier Jahrzehnten sein. Rund einen Monat vorher geht’s wieder nach Austin.

Auf dem Circuit of the Americas begann die Annäherung der Amerikaner an die Formel 1, mittlerweile gehört das Sport- und Showspektakel zu den Stimmungshöhepunkten in einer Saison. Offiziell kamen im vergangenen Jahr 440 000 Zuschauerinnen und Zuschauer an den drei Tagen auf den Kurs bei Austin. Im Rahmenprogramm war unter anderem Ed Sheeran aufgetreten. Für dieses Jahr peilen die Verantwortlichen eine halbe Million Fans an.

Zur Premiere in Miami waren 240 000 Fans gekommen – ausverkauft. Offiziellen Angaben zufolge gab das Rennen einen 350-Millionen-Dollar-Schub für die Kassen der lokalen Wirtschaft. Was in Las Vegas los sein dürfte, ist nicht schwer vorstellbar. Allein zum Showrun auf dem Strip waren im vergangenen November über 40 000 Fans gekommen. Aktuell kostet das günstigste Drei-Tages-Ticket auf dem offiziellen Portal allerdings auch über 1800 Euro.

Dass in Deutschland kein einziges Rennen im frei empfangbaren TV laufen wird, kann die Formel 1 offensichtlich auch gut verkraften. Die Serie boomt, neue Rennstreckenbewerber gibt es immer wieder, Audi steigt 2026 ein, Ford wird dann technischer Partner von Red Bull. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ soll der Wert der Motorsport-Königsklasse mittlerweile umgerechnet 15,5 Milliarden Euro betragen. Es wirkt, als sei es momentan die Serie der unbegrenzten Möglichkeiten.

Und was ist sportlich zu erwarten? Red Bull scheint unschlagbar, muss aber das internen Duell zwischen Max Verstappen und Sergio Perez händeln. „Ich glaube wirklich, dass ich mittendrin bin“, sagt Perez: „Ich will den Titel genauso sehr wie er.“  dpa

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