München – Schweden, Finnland, USA – mit Spielen gegen die drei Schwergewichte der Vorrunden-Gruppe geht es für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Tampere (ab Freitag) los – deshalb war es erkenntnisreich, sich im letzten Test mit den Amerikanern schon mal zu messen. Was das Team des neuen Bundestrainers Harold Kreis aufgezeigt bekam, war: Grundsätzlich brauchte der prominente Gegner weniger Aufwand und Chancen, um zu seinen Treffern zu kommen, da waren die USA eiskalt in den entscheidenden Sekunden, einfach ein anderes Kaliber. Doch die Deutschen wehrten sich trotz unglücklichen Spielverlaufs und gestalteten das Match vor 5028 Zuschauenden noch einmal spannend. Endergebnis aus deutscher Sicht: 3:6 (0:2, 0:1, 3:3).
„Im Großen und Ganzen ist es ein ganz gutes Spiel von uns“, meinte nach zwei Dritteln der Münchner Maxi Kastner, der einen Pfostenschuss landete, „wenn wir schnell durch die neutrale Zone kommen, ist es für jeden Gegner schwer.“ Doch der Stürmer musste auch eingestehen, „dass wir uns in diesem System erst einmal einfinden müssen.“ Wie sieben Münchner Meisterkollegen, drei Ingolstädter Finalteilnehmer und der nun in der NHL tätige Ex-EHC-München-Akteur John Peterka war er erst zum abschließenden Vorbereitungsspiel zur Mannschaft gestoßen. Dann wurde die sich gerade findende Kombination aus Spielern auch noch auseinandergerissen. Im zweiten Drittel lieferte sich der deutsche Schweiz-Legionär Tobias Fohrler eine Keilerei mit dem Amerikaner Alex Tuch – Spieldauerdisziplinarstrafe. Dieses Urteil traf wenig später auch Nico Sturm. Der deutsche Stanley-Cup-Sieger von 2022 setzte einen unglücklichen Ellbogencheck, per Videobeweis wurde das hohe Strafmaß bestätigt. Das Spiel war für ihn beendet, auf die WM haben diese Strafen aber keinen Einfluss.
Nach drei US-Treffern (Ronnie Attard, 15., Drew O’Connor, 16., Connor Garland, 33.) wirkte die Partie entschieden – zumal die Deutschen wegen der Sturm-Strafe durch eine fünfminütige Unterzahl mussten. Einen agilen Eindruck hinterließ der erste Sturm mit dem in München aus seiner EHC-Zeit (bis 2018) beliebten Dominik Kahun und John Peterka. Es passte, dass Kahun, inzwischen beim SC Bern unter Vertrag, auf 1:3 und 2:3 verkürzte (50., 55.), und Fischbuch das 3:4 gelang (57.). Aber die Amerikaner trafen halt auch noch (O’Connor, Grimaldi, Walker ins Empty Net).
Als Zugabe wurden – das hatten die Teams vorab vereinbart – fünf Minuten Überzahl und ein Penaltyschießen vereinbart. Deutschland verlor zwei weitere Male (0:1 und 2:4). GÜNTER KLEIN