Primoz Roglic wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Dass der Top-Favorit des 106. Giro d’Italia die hektische dritte Etappe nach Melfi unbeschadet und ohne Zeitverlust überstanden hatte, lag nicht zuletzt an Michel Heßmann. Unaufgeregt und abgeklärt geleitete der junge Deutsche den dreimaligen Vuelta-Champion ins Ziel.
Heßmann ist ein verheißungsvoller Start geglückt. „Es ist eine Riesenauszeichnung. Ich fühle mich sehr geehrt, hier von Anfang an nominiert zu sein. Ich bin ganz zufrieden, wie das alles hier gerade läuft“, sagte er. Mit 22 Jahren hat es Heßmann in den Giro-Kader des derzeit wohl besten Profi-Radrennstalls Jumbo-Visma geschafft. Die Aufgabe könnte größer nicht sein: Auf den 21 Etappen bis zum Ziel der Italien-Rundfahrt in Rom ist alles einer Mission untergeordnet: „Primoz in Pink bringen.“
Ein solides Frühjahr hat das Selbstvertrauen gestärkt. Auch der stete Austausch mit Routinier Roglic hat ihn gefestigt. Arbeitsmoral, Ausstrahlung, Charakterstärke – der Slowene, sagte Heßmann, sei ihm eine Inspiration. Heßmann selbst sticht allein schon wegen seiner Körpergröße von 1,90 m aus dem Peloton heraus. Er besitzt Stärken im Zeitfahren, ist zugleich aber auch explosiv in den Bergen. Das macht ihn zu einem guten Allrounder.
Auf der vierten Etappe am Dienstag steckte Heßmann auch einen Sturz gut wegGanz vorne landete der Norweger Andreas Leknessund, der mit dem zweiten Tagesrang das Rosa Trikot des Gesamtführenden von Topfavorit Remco Evenepoel übernahm. sid/dpa