Kaymer erwägt Rücktritt aus der DP World Tour

von Redaktion

Der deutsche Golf-Profi, der auf der LIV-Tour spielt, hofft trotz Sperre noch auf Einladung zum Turnier in Eichenried

München/Tulsa – Golfprofi Martin Kaymer hofft trotz seiner Sperre auf der DP World Tour noch auf eine Teilnahme am Turnier in München-Eichenried. Um die Chance zu wahren, zu den BMW International Open Ende Juni eingeladen zu werden, müsste der 38-Jährige aus Mettmann wie bereits andere Profis der umstrittenen LIV-Serie seine Mitgliedschaft auf der DP World Tour abgeben.

„Wenn ich jetzt meinen Rücktritt einreichen würde, bin ich offiziell kein Mitglied mehr und dementsprechend könnte man mir für das Turnier eine Einladung geben. Das ist dann aber vom Promoter und vom Sponsor abhängig“, sagte Kaymer. Derzeit wäge er diese Entscheidung ab, meinte der zweimalige Major-Champion.

Zuletzt hatten die früheren europäischen Ryder-Cup-Stars Sergio Garcia, Lee Westwood und Ian Poulter ihren Rücktritt von der DP World Tour erklärt. Wie Kaymer hatten sie sich im vergangenen Jahr der umstrittenen, von Saudi-Arabien finanzierten LIV-Tour angeschlossen. Daraufhin belegte die DP World Tour die Spieler mit hohen Geldstrafen und Sperren.

Auch Kaymer darf derzeit nicht auf der ehemaligen European Tour spielen. Deshalb wird er wahrscheinlich auch nicht bei den Porsche European Open vor den Toren Hamburgs (1.-4. Juni) in Winsen am Start sein, was eigentlich sein Plan war. Im Gegensatz zum Turnier in Eichenried macht er sich beim Event in Hamburg wenig Hoffnungen auf eine mögliche Einladung, sollte er seine Tour-Mitgliedschaft aufgeben.

„Die deutschen Turniere waren mir schon immer sehr wichtig und ich finde es einfach sehr traurig, dass ich jetzt ausgeschlossen werde“, sagte Kaymer, der im vergangenen Jahr für das Turnier in Winsen wegen einer Handverletzung kurzfristig abgesagt hatte.

Gleichzeitig wehrte sich der Rheinländer gegen Kritik, weil er 2022 zwei Wochen nach Hamburg in London antrat. „Ich glaube, aufgrund der OP war es relativ klar, dass das wirklich was Ernstes war“, sagte der frühere Weltranglistenerste. Er habe damals in den LIV-Vertrag reinschreiben lassen, dass er bei Parallel-Events der LIV-Tour bei deutschen Turnieren mitspielen dürfe, „weil die mir die wichtigsten Turniere waren und auch sind“.

Die LIV-Turniere stehen wegen des Millionen-Investments aus Saudi-Arabien in der Kritik. Hintergrund ist, dass das wegen Menschenrechtsverletzungen kritisierte Land mit lukrativen Sportveranstaltungen versucht, sein Image aufzubessern. Zuletzt hatte Kaymer seinen Start bei der PGA Championship in der kommenden Woche im Oak Hill Country Club wegen einer Handgelenksverletzung abgesagt.  dpa

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