Vorbild Union Berlin

Vom Absturz der Hertha lernen

von Redaktion

NICO-MARIUS SCHMITZ

Eine Stadt, zwei Welten. Während sich Union Berlin so langsam auf die Champions League freuen darf, muss sich Hertha BSC auf den Absturz in die zweite Bundesliga einstellen. Der alten Dame wird „Ja, wenn dat Trömmelche jeht“, die Torhymne des 1. FC Köln, wohl immer noch schmerzlich im Ohr klingen. Schließlich verlor Hertha am Freitag mit 2:5 im Rheinland, die nächste desolate Leistung in einer desolaten Saison.

Zwei Tage später auf der Mitgliederversammlung versuchte der, der am wenigsten für die Krise kann, wenigstens etwas Optimismus zu verbreiten. „Wir haben noch eine kleine Hoffnung. Wir versuchen in der Liga zu bleiben. Das ist wichtig für den Nachwuchs, die Fans und Berlin“, sagte Trainer Pal Dardai, den die einfallslose Führungsetage des Hauptstadtclubs mal wieder wenige Spieltage vor Saisonende als Feuerwehrmann aus dem Hut zog. Doch dieses Mal brennt es an allen Ecken und Enden lichterloh, da kann auch Dardai nichts mehr löschen. „Ich will nicht labern“, sagte der 47-Jährige: „Es ist nicht mehr in unserer Hand.“ Als Tabellenletzter fehlen fünf Punkte auf den Relegationsplatz.

Der Fall Hertha ist ein mahnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn man einem Investor, der zwar viel Geld – aber wohl eher wenig Liebe – für den Fußball übrig hat, zu viel Kontrolle über seinen Verein gibt. Verständlich also, dass die aktive Fanszene den geplanten Einstieg von Investoren bei der Deutschen Fußball Liga zunächst mit Argwohn beäugt. Die Millionen von Lars Windhorst sollten Hertha BSC zum viel zitierten „Big City Club“ katapultieren, stattdessen kämpft man um die Lizenz.

Die Königsklasse könnte trotzdem ins Berliner Olympiastadion zurückkehren. Union Berlin überprüft einen Umzug für die internationalen Spiele, da die Alte Försterei wohl nicht alle Bedingungen erfüllt. Der seriös wirtschaftende Rivale, der im eigenen Stadion gegen Madrid oder Mailand spielt. Eine schmerzhafte Erfahrung für Hertha, die hoffentlich eine Lehre ist.

nico-marius.schmitz@ovb.net

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