FUSSBALL IN KÜRZE

DFB-Boss Neuendorf: Lauter Baustellen

von Redaktion

Den zusätzlichen Stress durch das „Winkler-Gate“ hätte Bernd Neuendorf nicht gebraucht. Der Ärger rund um seinen Vize Hermann Winkler kommt für den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Unzeit. Schließlich hat Neuendorf schon alle Hände voll zu tun. Drohender TV-Blackout bei der Frauen-WM, neuer Job bei der FIFA, drängende Fragen mit Blick auf die EM 2024, Finanzprobleme, Verhandlungen mit der DFL – doch all diese Themen müssen erst einmal in den Hintergrund rücken. „Die Aussagen waren aus meiner Sicht eine nicht zu ertragende Beleidigung“, kommentierte Neuendorf vor dem Treffen der Regional- und Landesverbandspräsidenten am Mittwoch die abschätzigen Äußerungen Winklers über Wolodymyr Selenskyj: „Diese verhöhnende Symbolik gegenüber dem ukrainischen Präsidenten – ausgerechnet an dem Tag, an dem Wolodymyr Selenskyj und sein Volk mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet wurden – ist absolut inakzeptabel.“ Nach dieser Verurteilung durch den Chef stehen große Fragezeichen hinter der Zukunft Winklers beim DFB. Neuendorf muss daran gelegen sein, die Winkler-Debatte schnell zu beenden. Denn für solche Themen hat der 61-Jährige eigentlich gar keine Zeit. Die Agenda Neuendorfs ist vollgepackt mit Problemen, die dringend einer Lösung bedürfen. Vor allem der festgefahrene Rechtepoker bei der Frauen-WM beschäftigt Neuendorf, der als Vermittler auf den Weltverband FIFA und die öffentlich-rechtlichen TV-Sendern einwirken will. „Ich führe im Hintergrund Gespräche und möchte gerne dazu beitragen, dass wirklich ernsthafte Verhandlungen über eine Lösung stattfinden“, sagte der DFB-Boss mit Blick auf das Turnier in Australien und Neuseeland.

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