Die Bayern setzen auf BMW

von Redaktion

Autobauer steigt beim Basketball ein – wohl für fünf Millionen Euro pro Jahr

VON PATRICK REICHELT

München – Es war noch nicht der donnernde Einzug des neuen Partners, der Vollzug wurde noch eher schmucklos mit einer Pressemitteilung des FC Bayern Basketball vermeldet. Dabei hatte es der Inhalt durchaus in sich: BMW und die Münchner Korbjäger wollen langfristig gemeinsame Sache machen. Dass es so kommen wird, hatte sich nun ja schon seit einiger Zeit angedeutet. Das Manager-Magazin hatte als Erstes vermeldet, dass die 2019 noch gescheiterte Ehe einen neuen Anlauf erleben soll. Und nun ist man also handelseinig.

Was genau die Partnerschaft mit sich bringen wird, darüber wollen sich beide Seiten erst zum offiziellen Start im Juli äußern. Dem kurzen Statement war nur zu entnehmen, dass es neben BMW-fahrenden Profis auch gemeinsame Projekte abseits des Spielfeldes geben soll.

Im Hintergrund ist freilich zu hören, dass BMW eine ähnliche Position einnehmen soll, wie der bisherige Auto-Partner Audi. Unter anderem also auch mit dem Namensrecht für die alte Arena. Das mag man als schlechtes Geschäft ansehen – spätestens wenn in einem Jahr der SAP-Garden seine Türen öffnet. Aber die Basketballer werden ihrer angestammten Spielstätte am Westpark ja zumindest in der Bundesliga treu bleiben, zudem soll die Halle vermehrt für andere Ereignisse vermietet werden.

Klar ist auch: Die Sache wird sich für die Bayern auszahlen. Die Einigung mit BMW soll den Bayern etwa fünf Millionen Euro pro Jahr in die Kassen bringen. Nach-Partner Audi überwies dem Vernehmen nach – erfolgsabhängig – maximal vier Millionen Euro. Und die Ingolstädter, deren Vereinbarung mit dem FC Bayern Basketball im Sommer ausläuft, wollten zwar weitermachen, aber offenbar nur mit verminderten Zuwendungen. Das war die Eintrittskarte für BMW, das seine Aktivitäten im Basketball zuletzt generell ausweitete. Bei Olimpia Mailand und Real Madrid ist man bereits im Boot.

Kurios: Damit hat der FC Bayern bis auf Weiteres gleich zwei Autopartner an seiner Seite. Denn die Fußballer sind noch bis mindestens 2031 vertraglich an Audi gebunden. Aber das spielt im aktuellen Deal keine Rolle, denn die Basketballer sind bekanntlich in einer eigenen GmbH organisiert. Deren Eigentümer ist zwar der FC Bayern e.V., der auch Hauptaktionär der Profifußball-AG ist – eine direkte organisatorische Verbindung zu den Profi-Fußballern besteht aber nicht.

So oder so: Für den FC Bayern-Basketball ist der Abschluss ein weiterer wichtiger Schritt in eine noch erfolgreichere Zukunft. Kürzlich band man ja schon Hauptsponsor Siegmund an sich, der dem Vernehmen nach über drei Millionen Euro jährlich überweist. Und spätestens der Umzug in den, ungleich besser vermarktbaren SAP Garden wird die Finanzen noch weiter aufbessern.

Auch das dürfte ein gutes Argument im Buhlen um den designierten Trainer Pablo Laso gewesen sein. Den langjährigen Coach von Real Madrid, der unter anderem auch von Efes Istanbul und Panathinaikos Athen umworben war, soll die Perspektive sehr reizen, dass er in München ein Spitzenteam aufbauen kann.

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