München – Sie hatten diesem ersten Viertelfinale ja schon mit einigen Fragezeichen entgegengesehen, die Basketballer des FC Bayern. Würde man wirklich die Kurve kriegen nach zuletzt matten Auftritten? Nun ist klar: Man würde. Anders als Mitfavorit und Titelverteidiger Alba Berlin starteten die Bayern mit einem souveränen 87:67 (44:36) gegen die BG Göttingen in die K.o.-Phase. 1:0 also in der Serie nach dem Modus best of 5 – schon am Donnerstag (18 Uhr) könnte sich das Team von Trainer Andrea Trinchieri den ersten Matchball holen.
Schon vor dem Start war klar: Vladimir Lucic würde seinem Team bei diesem Plaoff-Auftakt nicht den Rücken stärken können. Der Bayern-Kapitän lag wenige Stunden vor dem Start unter dem Messer – die lädierte Handwurzel wurde erfolgreich zusammengeflickt.
Aber es zeigte sich schnell: Sein Team konnte es ja auch ohne den Chef. Die Bayern, zuletzt ja noch eher im Parkmodus, zeigten sich deutlich verbessert. Vor allem in der Offensive. Was Göttingen da entgegenzuhalten hatte, war vor allem Mark Smith. Der Guard wirbelte und traf – 16 Punkte alleine in der ersten Halbzeit.
Aber in Bedrängnis brachten sich die Bayern dann doch eher selbst. Zu Beginn des zweiten Viertels ließ Ognjen Jaramaz gegen Smith das Bein stehen. Die Schiedsrichter nahmen die. unspektakulär aussehende Szene in Augenschein und entschieden: Jaramaz war raus – disqualifiziert für diesen Abend. Und ist damit wohl auch in Spiel zwei am Donnerstag gesperrt. Hart, aber den Regeln entsprechend. Die 6059 Zuschauer im Audi Dome – unter ihnen auch die Kicker Alphonso Davies und Jamal Musiala – hatten in den Unparteiischen trotzdem ihre Buhmänner gefunden. Zumal kurz vor der Pause noch eine zweite harte Entscheidung folgte: Corey Walden wurde nach einem Zusammenprall für Flopping verwarnt – eine Schwalbe.
Aber die Hausherren rückten den Fall ja schnell gerade, Ließen den Ball munter kreiseln. Und sie zeigte sich dann ja auch, was zumindest für diese Viertelfinalserie als großes Plus erwartet worden ist: Die Bayern sind breiter aufgestellt als der Vorrunden-Sechste aus Niedersachsen. Da fiel es nicht ins Gewicht, dass Jaramaz nun fehlte und auch Neu-Kapitän Andreas Obst, der dann nach einem Schlag aufs Knie vorzeitig vom Feld musste nicht ganz an seine Vorstellungen aus der Hauptrunde anknüpfte. Immerhin: Verletzt hat sich Obst dabei nicht.
Es fanden sich andere, die dem Pokalsieger einen souveränen Sieg bescherten. Rückkehrer Nick Weiler-Babb etwa (15 Punkte), Cassius Winston (13), Niels Giffey (10) oder auch der spektakuläre Zylan Cheatham (12).
Trichieri war entsprechend zufrieden. „Es war wichtig, mit einem Sieg zu starten“, sagte er. „nun ist es an uns, in zwei Tagen mit einer ähnlichen Vorstellung zurückzukommen.“ PATRICK REICHELT