Berlin/Freiburg – Urs Fischer kann auf die Wucht der Festung Alte Försterei setzen, Christian Streich sammelt die letzte Energie für den finalen Kraftakt. Auf Union Berlin und den SC Freiburg wartet am Ende einer sensationellen Saison das ganz große Los.
Duelle mit Manchester City, Real Madrid oder Paris St. Germain wird es in der Champions League aber nur für eines der Überraschungsteams der Fußball-Bundesliga geben – im Fernduell des letzten Spieltags fällt die Millionen-Entscheidung. Ein Faustpfand für Union dürfte die Stimmung im Hexenkessel Alte Försterei werden. „Diese Unterstützung, gerade in Phasen des Spiels, in denen du ein bisschen leiden musst, die treibt dich an“, sagte Union-Trainer Fischer vor dem wegweisenden Duell gegen Werder Bremen.
Der kometenhafte Aufstieg der Köpenicker vom Zweitligisten zum Dauergast im Europapokal in nur vier Jahren ist auch der Atmosphäre im lautstarken Fußballtempel zu verdanken. In der laufenden Bundesligasaison ist Union zu Hause ungeschlagen, unter anderem Tabellenführer Borussia Dortmund und DFB-Pokal-Sieger RB Leipzig verloren dort. Mit dem elften Heimsieg in der Spielzeit 2022/23 wäre der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte sehr wahrscheinlich perfekt. Eine brisante Mischung aus Anspannung und Vorfreude macht sich breit. „Es geht um viel in diesem Spiel“, sagte Fischer: „Trotzdem brauchst du Lockerheit in den Aktionen, sonst verkrampfst du.“
Mit 59 Punkten liegen Union und Freiburg gleichauf, sogar die Anzahl der erzielten Tore (50) ist identisch. Platz vier und das Ticket zur Königsklasse hält Union derzeit nur aufgrund der geringeren Anzahl von Gegentoren. Vier Treffer trennen Berlin und Freiburg. Ein Kantersieg des SC, der zeitgleich bei Eintracht Frankfurt antritt, könnte Union also trotz eines knappen Siegs die Königsklasse kosten. sid