Dortmund/München – Meisterfeiern haben sie beide geplant. Die einen ein beinahe pflichtgemäßes Empfängchen, vorher ein Essen mit Sponsoren, die anderen die Party des Jahrzehnts mit einer Massen-Ekstase von Hunderttausenden. Gelingt Borussia Dortmund am Samstag gegen 17.20 Uhr wirklich die Zeitenwende im deutschen Fußball, stürzt das den FC Bayern in eine tiefe Sinnkrise – und löst womöglich ein Erdbeben in dessen Führungsetage aus.
Selbst Bayerns wortgewaltiger Ministerpräsident käme dann deutlich kleinlauter daher. „Sollte Dortmund Meister werden, werde ich natürlich gratulieren“, sagte Markus Söder der SZ vor dem Hochspannungsfinale in der -Bundesliga fast handzahm. Für seinen Spruch, der BVB sei letztlich eh „zu doof“, habe er bei Hans-Joachim Watzke schon mit Erfolg um Entschuldigung gebeten.
Um Gelassenheit bemühen sich die Dortmunder, denen der erste Meistertitel seit 2012 die Welt bedeuten würde. Besonders Watzke, der selbst keine einfache Woche hinter sich hat. Da ist die innere Anspannung, die dem Vereinsboss immer schwerer zusetzt, je wichtiger die Spiele werden. Zudem war die Ablehnung des Investoren-Deals in der DFL für ihn ein schwerer Schlag. Nun allerdings geht es für die Mannschaft, eine Stadt in heller Vorfreude und den Verein um das ganz große Ding, da gibt es keine Rücksicht mehr. „Egal, wie warm es wird“, versprach Watzke: Seinen weißen Woll-Glückspulli werde er wieder anziehen. Wie bei jedem Spiel seit dem 4:3 gegen den FC Augsburg am 22. Januar. Ein Sieg gegen Mainz würde den Titel sichern.