München – Die deutschen Wochen im Profigolf stehen an. Vier Turniere auf heimischem Boden gibt es heuer in den Kalendern der verschiedenen Touren. Zwei Stopps der höchsten europäischen Liga, der DP World Tour, stehen demnächst im Juni in Hamburg (1. bis 4.) und München (21. bis 25.) an, die zweite Garde schlägt im Juli in Neuburg an der Donau ab. Den Auftakt aber macht die sogenannte Pro Golf Tour, die nach Pfingsten im Münchner Süden im Riedhof zu Gast ist.
Diese Turnierserie ist in Zentraleuropa das Sprungbrett für junge Profis, um ihren Sport zum Beruf zu machen. Wie einst Martin Kaymer, der exakt in dieser Klasse seine ersten Gehversuche im Profigolf gemacht hat. In Augsburg machte die Tour schon Station, zuletzt einige Jahre in Starnberg – nun ist es der Golfclub München-Riedhof in Egling bei Wolfratshausen.
Dort feiern vom 29. bis 31. Mai die Riedhof Open Premiere. Es geht für 156 Teilnehmer um insgesamt 30 000 Euro Preisgeld und sogar um Punkte für die Weltrangliste. „Wir sind stolz darauf, dass die Pro Golf Tour kommt“, sagt Kariem Baraka, Geschäftsführer am Riedhof. Für den Golfplatz werde das ein „echter Härtetest“, vermutet der ehemalige Tourspieler. „Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse und auf das Urteil der Spieler.“ Turniere dieses Formats hat die Golfanlage bisher nicht erlebt. „Es ist das erste Mal, dass die Profis hier spielen“, bestätigt Baraka. Am Platz selbst – mit 6178 Meter von den hinteren Abschlägen bei Par 72 wahrlich einer der kürzeren im Profigolf – werden die Veranstalter nichts verändern. „Die Länge stellt für die Teilnehmer sicher kein Problem dar“, betont Baraka.
Aber am Setup werden sie in den kommenden Tagen noch feilen. Das Gras ist in den vergangenen Tagen gut gesprießt, die Roughs stehen hoch. „Da werden die Spieler schon gefordert.“ Präzision ist gefordert. „Und trotzdem wird es richtig niedrige Runden geben.“ Er tippt auf ein Siegerergebnis von -12 bis -15 Schläge unter Par. Im Feld ist auch der Münchner Lokalmatador Dominik Pietzsch (29), der vom Riedhof kommt. Einen kleinen Heimvorteil rechnet er sich aus, auch wenn er zuletzt nicht mehr regelmäßig auf der Pro Golf Tour dabei war. Einen Tipp hat er für die Kollegen: „Man muss auf diesem Platz sehr geduldig bleiben. Er ist nicht besonders lang und verleitet schnell, eine aggressive Strategie vom Tee zu verfolgen; das kann aber gehörig nach hinten losgehen!“ Zuschauer können von Montag bis Mittwoch täglich zum Nulltarif dabei sein – und sich schon mal warmschauen für die BMW Open, die dann in einem Monat in Eichenried folgen. CHRISTIAN FELLNER