IN KÜRZE

Djokovic’ Botschaft ans Kosovo Struff freut sich auf die Rasen-Saison Stephens: Rassismus wird schlimmer

von Redaktion

Tennis

Der serbische Star Novak Djokovic hat seinen Auftaktsieg bei den French Open für eine politische Botschaft genutzt. Nach dem klaren Drei-Satz-Erfolg gegen den Amerikaner Aleksandar Kovacevic schrieb der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger „Kosovo ist das Herz Serbiens. Stop der Gewalt!“ auf die Linse einer TV-Kamera. Hintergrund der Aktion von Djokovic sind die jüngsten Unruhen im serbisch dominierten Norden des Kosovos. Militante Serben hatten gegen die Einsetzung neuer Bürgermeister in Zvecan und weiteren Gemeinden protestiert. Dabei wurden 30 Soldaten der von der Nato geführten Kosovo-Schutztruppe KFOR verletzt. Außerdem wurden laut einem Krankenhaus in Mitrovica 53 Serben verletzt. Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Serbien erkennt die Eigenstaatlichkeit seiner einstigen Provinz nicht an und verlangt die Rückgabe. „Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“ fühle Djokovic sich „verpflichtet, Unterstützung für unser Volk und ganz Serbien zu zeigen“.

Nach der Enttäuschung bei den French Open hofft Jan-Lennard Struff auf Rasen auf eine Fortsetzung des Höhenflugs in seiner zuvor stärksten Tennis-Saison. „Ich habe Bock auf die beiden deutschen Turniere, habe Bock auf Wimbledon“, sagte der 33-Jährige mit Blick auf die Veranstaltungen in Stuttgart und Halle sowie den Klassiker in London. „Die Saison ist bisher gut, daran will ich anknüpfen.“ Struff war in Paris bereits in der ersten Runde in fünf Sätzen gegen den Tschechen Jiri Lehecka gescheitert. Zuvor hatte er unter anderem mit dem Finaleinzug beim Masters-1000-Turnier in Madrid das beste Resultat seiner langen Karriere bei einer Veranstaltung der zweithöchsten Kategorie erreicht und war auf Platz 26 der Weltrangliste geklettert. „Dass ich bei den French Open nicht so super spiele – das nervt“, sagte Struff. Mit dem Australier Thanasi Kokkinakis ist er noch im Doppel dabei.

Die amerikanische Tennisspielerin Sloane Stephens hat über einen Anstieg rassistischer Beleidigungen in sozialen Netzwerken berichtet. „Das ist meine ganze Karriere schon ein Problem. Es hat nie aufgehört, es ist nur schlimmer geworden“, sagte die 30-Jährige nach ihrem Erstrundensieg bei den French Open. „Menschen haben online freie Hand, zu sagen und zu schreiben, was sie wollen, was ziemlich besorgniserregend ist.“ Stephens war am Montag durch ein 6:4, 6:0 gegen die an Nummer 16 gesetzte Tschechin Karolina Pliskova in die zweite Runde eingezogen. Der französische Verband hatte vor dem Grand-Slam-Turnier in Paris angekündigt, Spielerinnen und Spieler bei der Sandplatzveranstaltung mit technischer Hilfe vor Hasskommentaren in den sozialen Medien schützen.

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