Eine Geschichte für Hollywood

von Redaktion

Alexia Putellas kam von ganz unten – heute ist sie ein Topstar

Barcelona – Als Kind spielte Alexia Putellas an Mülltonnen und konnte mit der Familie nur selten in den Urlaub fahren – heute wird sie von Royals, Politikern und Medien hofiert und gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Menschen ihrer spanischen Heimat. Das (noch kurze) Leben der zweifachen Weltfußballerin könnte Stoff für einen Hollywood-Film liefern.

Die 29-Jährige, die am Samstag nach einer rund zehnmonatigen Verletzungspause mit dem FC Barcelona in Eindhoven im Finale der Champions League auf den VfL Wolfsburg trifft, wuchs im Barcelona-Vorort Mollet del Vallès in sehr einfachen Verhältnissen auf.

Ihre Eltern waren beide Fabrikarbeiter. „Um uns einen Campingurlaub zu ermöglichen, mussten sie hart sparen“, erzählte die offensive Mittelfeldspielerin, die nach eigenen Angaben schon mit drei Jahren den Ball als Lieblingsspielzeug hatte, jüngst der Zeitung La Vanguardia. „Das Freistoß-Schießen habe ich damals mit Mülltonnen auf der Straße trainiert.“ Sie war damals in ihrer Nachbarschaft das einzige Mädchen, das dem Ball hinterherjagte – und musste sich auch gehässige Kommentare anhören.

Obwohl im Spanien der Jahrtausendwende die Vorurteile gegen Frauen-Fußball noch viel, viel größer waren, als sie es heute noch sind, wurde sie bei ihrem Traum, eine große Spielerin zu werden, stets von ihrem Vater unterstützt. Papa Jaume stand früh auf, um sie zu den Spielen zu fahren, feuerte sie an der Seitenlinie an. Für die damals 18-Jährige war es ein schwer zu verkraftender Schlag, als ihr Vater mit nur 50 Jahren plötzlich verstarb.

Putellas musste sich bei allem Talent immer alles hart erkämpfen. Vielleicht auch deshalb lässt sie sich vom Erfolg nicht blenden. Auf Instagram hat sie inzwischen gut drei Millionen Follower. Erst im April wurde sie von der spanischen Königin Letizia mit dem „Premio Reina Letizia“ geehrt.

Putellas ist sozial stark engagiert. Sie setzt sich für Frauen- und Mädchenrechte ein. Sie fordert etwa bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung für Spielerinnen. Sie verdient zwar immerhin 12 500 Euro pro Monat, das ist aber circa hundertmal weniger als ein männlicher Fußballstar.  dpa

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