Exakt 50 Tage vor dem WM-Start schafft Martina Voss-Tecklenburg schon mal Fakten, die Fußballfans in Deutschland aber tappen weiter im Dunkeln. Auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main enthüllt die Frauen-Bundestrainerin am Mittwochmittag ihren erweiterten Kader für die Titeljagd Down Under – doch das Schreckens-Szenario TV-Blackout trübt noch immer die Vorfreude.
„Ich kann nur immer wieder diesen Appell aussprechen: Seid lösungsorientiert, findet eine Möglichkeit“, mahnte die zunehmend genervte Voss-Tecklenburg mit Blick auf den zähen Poker zwischen Weltverband FIFA und den öffentlich-rechtlichen Sendern: „Es würde nur Verlierer und Verliererinnen geben, wenn diese WM im Fernsehen nicht gezeigt wird.“
Fans der 3. Liga droht eine drastische Reduzierung der Übertragungen im frei zugänglichen Fernsehen. Nach derzeitigem Stand ist die Telekom ab der kommenden Spielzeit lediglich verpflichtet, zehn Partien im Free-TV zu zeigen. Bisher durfte die ARD 86 Partien pro Saison im Ersten oder in den Dritten Programmen übertragen. Die Telekom hatte sich im Oktober 2022 vom DFB die Medienrechte für vier Spielzeiten an allen 380 Live-Spielen der 3. Liga gesichert, die beim kostenpflichtigen Internetsender MagentaSport laufen. Allerdings sind auch zukünftig über Sublizenzen weitere Free-TV-Spiele möglich. Es soll seit längerem Gespräche zwischen Telekom und den öffentlich-rechtlichen Sendern geben, aber noch keine offizielle Einigung. Aufgrund ihres Vertrages mit dem DFB können ARD und ZDF von jeder Drittliga-Partie auf jeden Fall Zusammenfassungen in einer Länge von bis zu 18 Minuten zeigen.