Spanien trägt grün für den ewigen Alonso

von Redaktion

Formel-1-Star fährt mit 41 bei Aston Martin in der Form seines Lebens – selbst der Weltmeister ist beeindruckt

München – Eins weiß der spanische Ferrari-Fahrer Carlos Sainz (28) jetzt schon. Er wird nicht der Grund sein für das Verkehrschaos sein, das beim Großen Preis von Spanien auf der Rennstrecke in Granollers am Wochenende erwartet wird. Denn obwohl er Ferrari fährt und damit zumindest eine Green Card für Mythos und Hoffnung auf Erfolg hat – er wird nicht viel rot sehen bei den Fans, sondern hauptsächlich grün. Das ist die Farbe von Aston Martin und damit auch von Fernando Alonso-T-Shirts. Sainz wird im Schatten des Superstars stehen, der in Spanien verehrt wird.

Das war selbst so, als der schon 41jährige Methusalem unter den Formel-1-Fahrern mit weniger guten Autos wie McLaren oder Alpine keine Chance aufs Podiumsplatzierungen hatte. In dieser Saison bestätigte der Spanier die Einschätzung von Formel-1-Experten wie Ex-Schumacher-Teamchef Eddie Jordan (70), der vergangenes Jahr prognostizierte: „Gebt Fernando ein einigermaßen gutes Auto und er wird vorne mitfahren. Für mich ist Fernando einer der größten Fahrer aller Zeiten. Das er nur zweimal Weltmeister werden konnte ist eine Verquickung unglücklicher Umstände. Wäre alles normal verlaufen, hätte er locker fünf Titel geschafft.“

Aston Martin baute ein sehr gutes Auto nach den Vorgaben des Spaniers und der liefert konstant Weltklasseleistungen ab. Einmal nur verpasste er das Podium als Vierter. In Monaco vergangenen Sonntag wäre mit etwas glücklicher Reifenwahl sogar sein 33. Karrieresieg möglich gewesen. Er nahm es locker, Alsonso ist gewohnt, dass oft ein anderer Rennstall ein überlegenes Auto hat. In seinen Ferrari-Zeiten 2010 bis 2014 war es wie jetzt auch das Überauto des Red Bull, das den ganz großen Triumph verhinderte. Dennoch schaffte er es 2010 und 2012 fast, Red-Bull-Vorzeigefahrer Sebastian Vettel die Krone zu entreißen. Damals haderte er mit dem technischen Nachteil. Das ist jetzt anders. „Max Verstappen ist ein unglaublicher Pilot, einer der Größten“ strahlt Alonso. Die ehrliche Anerkennung beruht auf Gegenseitigkeit.

Auch teamintern ist man vom Spanier geradezu euphorisiert. Allein: Sein Vorgänger bei Aston Martin wäre nicht begeistert, würde er die Vergleiche hören, die man hinter vorgehaltener Hand zwischen beiden Weltmeistern zieht. Da ist fast von einem Klassenunterschied die Rede. War beispielsweise Teambesitzersohn Lance Stroll in Sachen Tempo mehr oder weniger auf Augenhöhe mit dem Deutschen, hätte er gegen Alonso nicht den Hauch einer Chance. Dabei gibt Alonso seinem Teamkollegen sogar noch Tipps, um ihn schneller zu machen.

Ein Ende ist nicht in Sicht. An Rücktritt denke er noch lange nicht, lieber an den nächsten Sieg. „Ein Erfolg beim Heimrennen wäre natürlich speziell“, sagt Alonso. Sollte es tatsächlich passieren, so viel steht fest, würden nicht nur die spanischen Fans eine Fiesta veranstalten. Selbst Max Verstappen würde sich mitfreuen. RALF BACH

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